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Joe Henry – Invisible Hour

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Ob Joe Henry abergläubisch ist? Die Frage stellt sich angesichts seines 13. Albums mit dem Titel „Invisible Hour“, zu dem er selbst sagt: „Es ist wirklich die erlösende Kraft der Liebe im Angesicht der Angst, worauf dieses Haus gebaut wurde.“ Wogegen er zum Vorgänger „Reverie“ (2011) anmerkte: „Womöglich das realistischste und zornigste Album, das ich je aufgenommen habe.“ Dabei sind es gar nicht so große Unterschiede, die herauszuhören sind, dennoch fügt der US-Singer/Songwriter seinem Gesamtwerk einen ganz besonders funkelnden Mosaikstein hinzu.

Joe Henry hat mit seinen ersten Alben seinerzeit den Americana Kosmos mitgeprägt, fand dann über vorsichtiges Experimentieren zu Blues und Jazz, um daraus seine eigene Singer/Songwriter Mixtur zu formen. Mittlerweile spiegeln seine Alben auch amerikanisches Erzählkino wieder, indem er Text und Musik in melancholische s/w-Bilder transformiert. Ein weitreichendes Kopfkino, das beim Zuhörer ganz unwillkürlich entsteht. Auf dem aktuellen Album „Invisible Hour“ bekommt die unsichtbare Stunde ein Gesicht, eine Form, die zwar im Verborgenen bleibt, und dennoch vorsichtige Konturen annimmt. Grobe Umrisse und Brüche, aber auch Romantik und jene Liebe, deren Schwester den Namen Angst trägt.

„Invisible Hour“ wurde innerhalb von vier Tagen im Pasadena Studio (The Garfield House), welches Joe Henry gehört, aufgenommen. Zur Seite standen dem Amerikaner The Milk Carton Kids, das Saiten-Ass Greg Leisz, Jay Bellerose am Schlagzeug, Jennifer Condos am E-Bass, John Smith an Gitarre und Mandola sowie Joe Henrys Sohn Levon, der Holzblasinstrumente spielte. Zudem sang Lisa Hannigan auf dem Titel „Lead Me On“ mit. Im Zentrum steht dennoch Henry selbst, der natürlich singt und Akustikgitarre spielt.

Vielleicht ist Henrys neues Werk dasjenige, das seinen Americana Wurzeln am nächsten kommt, ohne seine vorangehenden Alben zu verleugnen. Vielmehr stärken die ihm seinen Rücken und so klingen seine Songs relaxed wie nie. Bei aller Entspanntheit versteht es der Singer/Songwriter, seinen Titeln die nötige Spannung beizubringen oder ganze Spannungsbögen, denn viele Lieder sind an die, fünf, sechs oder sieben, einer gar beinahe neun Minuten lang. Henrys Gesangsphrasierungen fließen mit den in Blues, Folk, Country und Jazz getauchten Vibes und zaubern einen wunderbar poetischen Flow. Seine Stimme wird zum erzählenden Instrument, das tiefenentspannte und sanfte Weisen von sich gibt. Dabei schmiegen sich hin und wieder die Harmoniestimmen von Kenneth Pattengale und Joey Ryan (The Milk Carton Kids) an Henrys unverwechselbaren Gesangsstil.

Die Arrangements sind luftig, man glaubt förmlich, dass der Sauerstoff aus den Lautsprechern fließt und eingeatmet werden kann. Dennoch klingt das Zusammenwirken der Einzelteile dicht, nahezu traumwandlerisch und einige Passagen erinnern gar an Van Morrisons Meisterwerk „Astral Weeks“. Wahrscheinlich werden diese Songs mit der Zeit sogar noch wachsen und reifen und man wird „Invisible Hour“ als das Werk Joe Henrys betrachten, das alle Seiten von ihm am besten zusammenfasst. Ganz große, schwerelose Liedkunst, die ganz sachte unter die Haut geht! Ein echtes Meisterwerk!

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