Seit ihrer Gründung 2007 haben sich Phantogram, das Duo bestehend aus Sarah Barthel und Josh Carter, stetig weiterentwickelt. Mit „Memory Of A Day“ tauchen sie tiefer denn je in elektronische Sphären ein, ohne ihre Wurzeln im Dream-Pop und Indie-Rock zu verleugnen.

„Memory Of A Day“ ist eine atmosphärische, fast filmische Platte und beweist eindrucksvoll: Die Kunst, dichte, emotionale Klanglandschaften zu kreieren, haben sie nahezu perfektioniert.

12 Tracks erschaffen eine fesselnde Klanglandschaft, die die Hörer*innen in ihren Bann zieht. Phantogram gelingt dabei der Spagat zwischen nostalgischen Einflüssen der 80er und 90er und modernen Produktionstechniken. Die dichte, detailreiche Produktion und die ausgefeilten Arrangements schaffen eine immersive Soundwelt, die sowohl durch intime Momente als auch kraftvolle Höhepunkte besticht.

Der Opener „Jealousy“ zieht einen sofort in die melancholische Klangwelt, die Phantogram so geschickt zu inszenieren weiß. Trotz seiner eher gleichmäßigen Struktur schafft der Song eine atmosphärische Grundlage, die sich wie ein Leitmotiv durch das gesamte Album zieht.

Mit „It Wasn’t Meant To Be“ setzt ein dynamischer Track ein klares Highlight. Barthels prägnante Stimme in Kombination mit schimmernden Synthesizer-Sounds zeigt die Band von ihrer besten Seite. Die Mischung aus eingängigen Melodien und elektronischen Klängen präsentiert Phantogram in Höchstform: kraftvoll, emotional und experimentierfreudig.

Für Abwechslung sorgt „Feedback Invisible“, bei dem Carter ans Mikro tritt. Zwar erreicht der Song nicht die emotionale Wucht anderer Titel, bringt aber mit seiner leicht raueren Klangfarbe frischen Wind. Seine zurückhaltende Performance bietet eine willkommene Atempause inmitten der sonst so intensiven Klanglandschaften.

Mit der Single „All A Mystery“ schlägt der Longplayer sanftere Töne an. Diese Ballade, angereichert mit dezenten Rockelementen, besticht durch ihre emotionale Tiefe. Besonders die A-cappella-Abschnitte vor dem eindrucksvollen Refrain verleihen dem Song eine überraschende Intensität und machen ihn zu einem der Highlights.

Allerdings findet man auch Tracks, die weniger im Gedächtnis bleiben. „Ashes“ und „Running Through Colors“ sind zwar solide produziert und fügen sich gut ein, stechen aber nicht sonderlich heraus. Sie wirken eher wie Bindemittel, die „Memory Of A Day“ zusammenhalten, ohne eigene Akzente zu setzen.

Der Titeltrack „Memory Of A Day“ rundet das Album leise und nachdenklich ab. Akustische Elemente und die harmonischen Vocals von Barthel und Carter verleihen dem Finale eine intime, fast zerbrechliche Note – ein emotionaler Nachklang, der noch lange nachhallt.

„Memory Of A Day“ zeigt eindrucksvoll, dass Phantogram auch nach all den Jahren in der Lage sind, ihre musikalische Vision weiter zu verfeinern. Mit einer faszinierenden Kombination aus emotionaler Intensität, filmischer Atmosphäre und elektronischen Klanglandschaften schafft das Album ein Hörerlebnis, das sowohl langjährige Fans als auch neue Zuhörer fesseln wird.

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