SPRINTS haben gestern ihre neue Doppelsingle „Rage / Beg“ veröffentlicht. Die Songs stammen von dem kommenden Album „All That Is Over“, das am 26. September via City Slang erscheint.

Die irischen Post-Punk-Rabauken wissen genau, wie man Aufmerksamkeit generiert: Mit zwei neuen Songs auf einmal und einer ordentlichen Portion gesellschaftskritischer Wut im Gepäck melden sich SPRINTS zurück.

„Rage“ brennt sich bereits beim ersten Hören ins Gehirn – ein Song, der laut Sängerin Karla Chubb die falschen Propheten und falschen Versprechen unserer Zeit anprangert. „Die Menschen sind müde und desillusioniert – das ist verständlich, aber wir sollten nicht mit dem Finger auf die zeigen, die bereits marginalisiert sind und ihnen die Schuld aufbürden“, erklärt sie den Kern des neuen Songs. Dabei gelingt es SPRINTS geschickt, Rage-Bait-Mechanismen zu entlarven, ohne selbst in die Falle zu tappen.

„Beg“ hingegen entsprang einer fast schon surrealen Eingebung: Inspiriert von einem Vladimir-Holan-Gedicht und der scherzhaften Frage „Is Karla Jesus?“ auf einem Moodboard, entwickelte sich daraus ein Track, der laut Chubb „eine Summe aller Teile“ des kommenden Albums darstellt.

Nach ihrem gefeierten Debütalbum „Letter To Self“ von 2024, auf dem sich die vierköpfige Band laut MusikBlog-Review die Wut von der Seele schrammelt, trommelt und schreit, zeigen SPRINTS nun ihre stilistische Weiterentwicklung zu reicheren Klangwelten und nuancierteren Arrangements, ohne dabei an Härte zu verlieren.

Dass die Band mittlerweile zu den schärfsten Waffen im Alternative-Arsenal zählt, beweisen nicht nur fünf-Sterne-Reviews in NME, DIY und Pitchfork, sondern auch eine Irish-Choice-Music-Prize-Nominierung und Airplay bei BBC Radio One. Von ausverkauften UK-, Europa- und Amerika-Touren bis hin zu der Show in Londons O2 Forum Kentish Town – SPRINTS haben 2024 ordentlich abgeräumt.

Die Visualizer zu beiden neuen Singles sind übrigens ein Statement für sich: Regisseur David Willis ließ Drag Queens Kiki Cult und Hansun Lamb als „lairy blokes on a night out“ auftreten und dabei Stereotype gekonnt auf den Kopf stellen. Ein visueller Kniff, der die klare Haltung der Band zu Gay Rights und Trans Rights unterstreicht – und nebenbei beweist, dass politische Botschaften und Humor durchaus Hand in Hand gehen können.

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