M.Byrd, bürgerlich Maximilian Barth, macht nach seiner Coming-of-Age-Platte „The Seed“ von 2023 ein schillerndes Indie-Pop-Prequel. „A Better Place“ steht dabei als klar gezogene Linie durch einen Moment biografischer Bewegung.
Die Entstehung des Albums fällt zum einen mit dem Wegzug des Songwriters aus seiner Wahlheimat Hamburg zusammen, der in einem Neustart in Dänemark mündet. Zum anderen wird er Vater einer Tochter. Diese Umbrüche prägen die Songs nicht in Form dramatischer Aussagen, sondern durch eine konsequent geerdete Stimmung.
„And now I’m speaking to my daughter, and the light is in her eyes” – singt der bekennende Dire Straits Fan etwa in “Underwater”. Einer dieser gemütlichen Songs, mit großer Raumausstattung. Wenn sich über einen steten Beat explorative Sounds entfalten, wirkt das nicht nur lose an Ben Howard angelehnt.
Schimmernde Synthesizer, schmeichelnde Melodien und eine dichte Instrumentierung sind die Mittel der Wahl, wenn es darum geht, ein Signal von Stabilisierung zu senden. Auch die Drums haben jetzt mehr Präsenz und weniger Hall als zuletzt.
In Songs wie „Always On My Mind“ zeigt sich diese neue Klarheit unmittelbar: Melodie, Text und Instrumentierung wirken wie ein einziger, ruhig schwebender Gedanke.
„The Heart“ arbeitet mit dem Gefühl eines kleinen, in sich geschlossenen Mantras – fast ein Wiegenlied, aber ohne Sentimentalität.
Es sind insgeheim die vielen Kleinigkeiten, die sich in Summe zu etwas größerem auftürmen. Denn dieses Album wächst nicht aus dem Impuls heraus, die Welt zu erklären, sondern aus dem Bedürfnis, sie zu halten.
