Sonne, Mond und Sterne, so heißt es im Abzählreim für Kinder, „Sonne, Mond und Himmel“, so lautet es bei Midlake auf ihrem neuen Album „A Bridge To Far“. Eric Pulido, seine fünf Mitstreiter und Produzent Sam Evian schauen sich die Gestirne von Denton, Texas aus an. Überrascht mag man schon noch feststellen, dass der US-Südstaat jenseits von George W. Bush doch progressive Leute hervorbringt.

140.000 Einwohner*innen zählt Denton, es ist umgeben von Naturschutzgebieten und großen Seen. Daher liegt der Bandname Midlake trefflich nahe, und auch dass der Albumtitel nach einer Brücke sucht.

Zwischen den Fusions-Klängen Santanas in „Makes Haste“ und dem mehrstimmigen Folk-Gesang von Crosby, Stills, Nash & Young in „Eyes Full Of Animal“ schlittert das Sextett verdächtig nahe am Woodstock-Line-Up von 1969 vorbei. Bereits im Eröffnungslied outen sich Midlake, dass die Ära der späten Sechziger es ihnen angetan hat.

Doch egal, was man sich auf „A Bridge To Far“ nun anhört, unterlegt es nicht den Ruf als Psychedelic-Act, den sich Midlake erarbeitet hatten. Klarer und stringenter als etwa bei den Kollegen von The Coral, schnörkelloser als die Allah-Las ziehen Midlake ihre Tunes durch.

Durchweg harmonie-sicher und bestens abgemischt ertönen all die Tracks, der druckvolle Indie-Pop in „The Ghouls“ und im Titelstück, ebenso der atmosphärische Southern-Rock „Lion’s Den“ oder die Klavier-Ballade „The Valley Of Roseless Thorns“.

Midlake rudern auf ihrer erst sechsten LP binnen 26 Jahren durch einen ziemlich bunt schillernden See. Eine einheitliche Linie malt nur der philosophische Gehalt der Songs und verbindet sie. Musikalisch erklingen Kraut und Rüben, gleichwohl doch alles diese nostalgische Schiene bedient, und das wirklich gekonnt.

Sogar für Garage-Rock ist ein bisschen Platz, dieses Genre steifen die Tejanos in „The Calling“ auch noch. Für weitere Abwechslung sorgt Gaststimme Madison Cunningham in „Guardians“.

Mit mehreren Background-Vocals-Gästen (neben Cunnigham auch Hannah Cohen und Meg Lui) zeigen Midlake nun abermals, dass sie gerne die Hände nach Kollaborationen ausstrecken und stilistisch breit und wandelbar unterwegs sind.

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