Ist Popmusik ohne Liebe denkbar? Die Antwort ist selbstverständlich Nein. Sollte noch irgendwer Beweise benötigen, ließe sich „Girl In The Bottle“ heranziehen, das neue Mini-Album der norwegischen Künstlerin Anna Of The North.

Schon auf der Tracklist des mit gerade mal acht Titeln besetzten Werkes taucht das Wörtchen „Love“ zwei Mal auf, ergänzt um „Heart“, „Me“ und „You“. Doch da schon die Beatles wussten, dass alles, was wir brauchen, Liebe ist, ist gegen eine solche Verdichtung selbstverständlich nichts einzuwenden.

Ohne Zeit zu verlieren, zeigt uns „Girl In The Bottle“ gleich zum Auftakt, womit wir zu rechnen haben: glatt geschmirgelte Klanggebilde, sanfte Synthies, eine radiotaugliche Stimme. Schnell wird klar, dass die 1989 in der Kleinstadt Gjøvik geborene Anna Lotterud ihr Metier, leicht-melancholische Popsongs zu schreiben, nach wie vor beherrscht.

Natürlich beschränken sich die Texte ihres vierten Studioalbums nicht allein auf die schönen und rauschhaften Momente des Verliebtseins, sondern beleuchten auch die dunklen Seiten der Liebe. Und nicht selten, so Lotteruds vermutlich treffende Zeitdiagnose, verschwindet der Liebes-Rausch in Zeiten wie diesen noch schneller als sonst.

So sehen wir die 36-jährige Norwegerin in ihrem Video zu „Give Me Your Love Back“ nur folgerichtig mit einem Pappschild durch London laufen, auf dem geschrieben steht: „Looking For True Love“. Dabei auf jegliches Augenzwinkern zu verzichten, ist ein durchaus starkes Statement.

In diesem Sinne sind Anna Of the North die hin und wieder ein wenig schlicht geratenen, konventionellen Lyrics – im Deutschen wäre dies wohl am ehesten mit dem Reim von Herz auf Schmerz vergleichbar – zu verzeihen. Vielleicht, so ließe sich sagen, geht es hier einfach um mehr als nur wohl gewählte Worte.

„Girl In The Bottle“, so viel ist bereits bekannt, wird im nächsten Jahr ein zweiter Teil mit dem vielversprechenden Titel „Please Recycle“ folgen, der das Projekt abschließen soll. Es bleibt also abzuwarten, was Anna Of The North all dem noch hinzuzufügen hat.

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