Auch ein YouTube-Hype wird mal groß: Cavetown startet mit „Running With Scissors“ in seine Coming-of-Age-Ära. Auch, wenn die Verspieltheit und Wärme der ersten Alben erhalten bleibt, steckt in diesem sechsten Release auch viel Wachstum. Indie-Fans werden das lieben.

Als Robin Daniel Skinner 2013 seinen ersten Song auf seinem YouTube-Kanal veröffentlichte, war der Brite gerade 14 Jahre alt. Heute, fünf Alben später, ist der Hype um den Musiker ungebrochen. Aber trotz mehreren Hundert Millionen Aufrufen bleibt Cavetown dem DIY-Ethos verhaftet und produziert auch auf „Running With Scissors“ noch den Großteil der Songs selbst. Aber wie groß(artig) das klingt!

Musikalisch lässt sich Cavetown auch heute noch recht schwierig einordnen, da der Raum zwischen Dream-Pop, Indie-Pop und -Rock mittlerweile schon sehr gut gefüllt ist.

Elektronisches Fasern („Micah“), viel Hall und Verzerrer auf der Stimme und allen möglichen Instrumenten, sowie diverse Samples, die zwischen die Songstrukturen geschoben werden, zeigen den großen Anspruch, den Skinner an seine eigene Produktion legt.

„Running With Scissors“ klingt, als hätten Twenty One Pilots etwas düsteren Ballast abgelassen und wären direkt auf dem Weg zur nächsten Pride.

An allen Ecken wartet ein neuer Stilbruch – etwa in „Straight Through My Head (DO IT!!!)“, in dem Cavetown sich seiner eigenen Angststörung stellt. Hier kracht der Refrain mit Noise-Scheppern, nachdem die Strophen noch recht unbedarften Dream-Pop gefeiert haben.

Im Feature mit Chloe Moriondo in „Sailboat“ schaut dann ekstatischer Emo-Pop-Punk im Stile von mgk vorbei.

Für die Generation Hyper-Pop ballert der Puls dieser 13 Songs jedenfalls die ganze Zeit schön auf Anschlag. Unter dem Fiepen, Knirschen, Verzerren warten dafür aber wunderschöne Melodien (etwa „Rainbow Gal“) und intime, persönliche Themen.

„No Bark No Bite“ ist Cavetowns Auseinandersetzung mit Familienstrukturen als queere Person und wie eine eigene Identität in einer heteronormativen Welt entstehen kann.

Cavetown hat seinen eigenen Stil, seine eigenen Themen und auch 13 Jahre nach Karrierestart klaren Hype-Charakter. Ein super Start ins neue Jahr.

Schreibe einen Kommentar

Das könnte dir auch gefallen

Album

STONE – AUTONOMY

Album

Peaches – No Lube So Rude

News

MusikBlog präsentiert John Vincent III

Login

Werde MusikBlog-Mitglied!

Werde MusikBlog-Fan-Mitglied und du kannst Alben als Favorit markieren und deine eigenen Jahres-Charts erstellen.

Erlaube Benachrichtigungen OK Nein, danke