In einem älteren MusikBlog-Review wurde DZ Deathrays attestiert, „noch relativ roh und authentisch“ zu klingen. Also zumindest im Vergleich zu dem, was sich in anderen Ländern mittlerweile Pop-Punk schimpfen würde.
Geht man mit dieser Erwartungshaltung an das siebte Album „Easing Out Of Control“ des australischen Trios heran, ist die Enttäuschung jedoch vorprogrammiert. Statt zum wilden Tanzbein-Schwingen regen die zehn Songs eher zum müden Schulterzucken an.
Was nicht heißen soll, dass es keine guten Songs auf dem Album gibt. Nur stechen aus der halben Stunde Laufzeit wenige davon hervor. Dabei fängt alles so vielversprechend an: Der Titeltrack „Easing Out Of Control“ besticht mit seinem dynamischen Aufbau – und wenn er dann mal in Fahrt ist mit seiner stumpfen Mitschreibarkeit.
Für „Pissing In The Breeze“ drehen Frontmann Shane Parsons und Gitarrist Lachlan Ewbank die Verstärker auf 11 und arbeiten sich von Post-Punk bis Desert-Rock durch ihr Repertoire an Riffs. So etwas wie einen Breakdown gibt es am Ende sogar auch noch.
Ihrem Image als feierlaunige Rampensäue wird die Band am ehesten in „First Night Fever“ gerecht. Den lyrischen Alkoholrausch unterstützen elektronisches Fiepen und in Simon Ridleys Schlagzeugspiel verschachtelte Kuhglocken-Grooves.
Der Abschluss-Song „Warped“ passt wiederum gar nicht ins Gesamtbild. Langsam türmen sich darin elektronische Klänge auf, bis sie in einem Effektegewitter münden und vollkommen eskalieren.
Diese vier Songs hätten zusammen eine lustige wie interessante EP ergeben. Der Rest bleibt jedoch entweder zu simpel oder zu harmlos. Zu dick werden Akustikgitarren und Piano aufgetragen, und der ausgewaschene Hymnengesang erstickt, noch bevor er mitreißend wird.
Nach 17 Jahren will man sich als Band auch mal ausprobieren, keine Frage. Wenn dabei aber zum Großteil nur Füllmaterial rauskommt, sollte der Weg zum Reißbrett noch einmal nahegelegt werden.
So bleiben DZ Deathrays nur eine Band, die ganz gut klingt, wenn man sie am Rande eines Festivals mitbekommt. High oder betrunken muss man nicht sein um dabei eine gute Zeit zu haben; aber viel bleibt auch nüchtern nicht hängen.
