Death Cab For Cutie haben gestern ihre neue Single „Riptides“ inklusive Musikvideo veröffentlicht. Der Song stammt von ihrem neuen Album „I Built You A Tower“, das am 5. Juni via ANTI erscheint.

Death Cab For Cutie kehren mit „I Built You A Tower“ zu ihren Indie-Wurzeln zurück – und das fühlt sich weniger nach kalkuliertem Comeback an als nach einem echten Bedürfnis, etwas loszuwerden.

Nach über zwei Jahrzehnten im Major-Label-System unterschrieb die Band bei ANTI, was gut zum neuen Entstehungsprozess passt: roh, direkt, ohne Retuschen.

Produziert von John Congleton und in nur drei Wochen fertiggestellt – so schnell wie kein Album seit „The Photo Album“ (2001) – entstand das Werk in Studios in Los Angeles, Seattle, Bellingham und Portland.

„Das ist kein retuschiertes Foto. So sehen wir aus, so klingen wir“, sagt Frontmann Benjamin Gibbard. Man glaubt es ihm.

Den Anstoß gaben die Jubiläumstourneen zu den Alben „Transatlanticism“ (2003) und „Plans“ (2005), die das Quintett daran erinnerten, was reduziertere Songs leisten können – nämlich echte Verbindung, ohne großes Brimborium.

Auf ihrem letzten Album „Asphalt Meadows“ von 2022 hüllte die Band laut MusikBlog-Review „Gedanken zur Midlife-Crisis, den schlechten Zeiten im Leben, der Vergänglichkeit und der Kostbarkeit jedes einzelnen Moments wie immer in eine grazile Hülle aus Indie-Rock, der mal introvertierter, mal lauter und teilweise sogar experimentell um die Ecke kommt“.

Auf „I Built You A Tower“ ist davon eine unmittelbarere, sehnsüchtigere Direktheit geblieben – und der Rest wurde abgeschliffen.

Hinter der Musik steckt persönlicher Aufruhr: Gibbard kämpfte während der Tourneen mit dem Scheitern seiner Ehe, und „I Built You A Tower“ ist das Protokoll dieser Zeit – kein Scheidungsalbum, sondern eines über das Danach.

Über das Wegschieben von Trauer, das Eingestehen des Scheiterns, die langsame Abrechnung mit sich selbst. „In ‚Riptides‘ geht es um die Herausforderung, mit persönlichen Kämpfen umzugehen, während die Welt um uns herum Tragödien und Verluste in unvorstellbarem Ausmaß erlebt“, erklärt Gibbard.

Das klingt schwer. Aber Death Cab For Cutie schaffen es, aus diesem Gewicht etwas Tragendes zu machen.

Das zugehörige Musikvideo zu „Riptides“, inszeniert von Jason Lester, ist visuell so stimmig wie der Song selbst: tiefe, satte Farben, die Band in kontrastreiches, schattiges Licht getaucht, kreativ ausgeleuchtet – die Musiker scheinen förmlich in ein Farbenmeer einzutauchen.

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