Modest Mouse haben gestern ihre neue Single „Picking Dragons‘ Pockets“ veröffentlicht. Der Song stammt von ihrem neuen Album „An Eraser And A Maze“, das am 5. Juni via Glacial Pace Recordings und Virgin Music erscheint.
Was wäre, wenn Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft gar nicht nacheinander existieren, sondern alle gleichzeitig, und der Zeitablauf selbst nur eine kollektive Einbildung ist?
Modest Mouse haben daraus kurzerhand ein Albumkonzept gemacht. Klingt abstrakt, fühlt sich aber erstaunlich vertraut an.
Zunächst das Strukturelle: „An Eraser And A Maze“ erscheint bei Glacial Pace Recordings – dem Label, das Sänger Isaac Brock schon lange selbst betreibt, und auf das die Band nach über zwei Jahrzehnten bei Epic Records nun vollständig umschwenkt.
Produziert hat Brock das Album selbst, mit Unterstützung von Jackknife Lee (bekannt für seine Arbeit mit U2 und The Killers), Suzy Shinn (Weezer) und Justin Raisen (unter anderem für Charli XCX und Kim Gordon tätig).
Entstanden ist das Material direkt nach „The Golden Casket“ (2021). Ursprünglich hätte es als EP unter dem Nebenprojekt Ugly Casanova erscheinen sollen, bevor Brock die Sammlung zu einem vollständigen Album erweiterte – und sich entschied, es auf dem bandeigenen Label herauszubringen.
Das Ergebnis soll alle Epochen der Band gleichzeitig klingen lassen: ob das nun ein Abschluss ist oder der Start von etwas Neuem, wird bewusst offen gelassen.
Beim Vorgängeralbum hatte Brock noch versucht, der Pandemie-Tristesse etwas Positives entgegenzusetzen. Diesmal ließ er, nach eigener Aussage, einfach alles geschehen – was er selbst sofort ironisch kommentiert: „Obwohl das jeder verdammte Musiker behauptet, wenn er ein Album veröffentlicht.“
Ernster klingt er, wenn er über Emotionen spricht: „Ich grüble nicht viel über Dinge. Ich trauere nicht viel. Ich bin mir nicht sicher, ob ich überhaupt ein Mensch bin.“ Aber dann setzt er sich hin und singt – und plötzlich sind all diese Gefühle doch da, irgendwo in den Zeilen versteckt.
Auf dem neuen Album hört man genau das: Musik, die mehr fühlt, als sie zugibt. Der Opener „Picking Dragons‘ Pockets“ ist bombastisch und hymnenartig, gemacht zum Mitsingen – und handelt vom Leben in einer manipulativen, selbstzerstörerischen Welt.
Zu der Single gibt es außerdem einen psychedelischen Visualizer von Daniel Barreto. Wer Modest Mouse kennt, weiß: visuell zurückhaltend war die Band noch nie.
