Gegen die allseits verbreiteten Untergangsvorstellungen haben die Zoomies ein Rezept. „Maybe we can take a walk“, lautet der bescheidene Vorschlag. Und vielleicht ist das selbstbetitelte Debütalbum der Leipziger Band ja ein solch heilender Spaziergang.
Dass das Ende kommt, ist klar. In den Worten des kreativen Kopfes der Band, Maxim Tschernych, klingt das so: „We all know how that movie ends“. Grund genug, den Weg bis zu diesem unvermeidbaren Ende beschwingt und fröhlich zu gehen.
Die obigen Zitate entstammen beide „Phantom Brake“, dem zentralen Stück der Platte. Dieses, die Absurdität des Lebens feiernde, Highlight bringt auch den musikalischen Ansatz der offenen, aktuell fünfköpfigen Formation beispielhaft zum Vorschein.
In Kurzform lässt sich folgendes sagen: Die Zoomies bieten uns fein instrumentierten Americana-Sound mit eigängigem Groove, jaulenden Steelgitarren, herzerwärmenden Melodien und hin und wieder unkonventionellen Akkordfolgen.
Damit haben sich Tschernych & Co. deutlich von ihren Anfängen aus dem Jahre 2023 entfernt. Denn auf ihrer 6-Track-Debüt-EP „Carbonated Soft Drinks“ erinnerten sie noch eher an David Bowie oder die Talking Heads der frühen 80er-Jahre.
Auf den Songs des neuen Werks „Zoomies“ denken wir vielmehr an Bob Dylan und The Band. So ist schon im Opener „Bats Of America“ eine kaum zu übertreffende Gemächlichkeit zu hören, die aber – auch in den folgenden Stücken – nie droht, ins Langweilige zu kippen.
Im Gegenteil beweisen die Zoomies in Songs wie „Kitchen Rag“, „Sam McGee“ oder „Too Cool“ immer wieder ihre musikalische Vielfältigkeit. Die klugen Texte Maxim Tschernychs tragen ihren Teil zu einem gelungenen Gesamtprodukt bei.
Sollten sich die Untergangsszenarien bewahrheiten, haben wir mit „Zoomies“ einen tröstlichen musikalischen Begleiter, der uns beim Hören unweigerlich ein Lächeln auf die Lippen zaubert. Ein wohltuender Spaziergang – durch eine mitunter finstere Welt.
