Charli XCX hat gestern ihre neue Single „Wink Wink“ mit einem Musikvideo veröffentlicht. Sie stammt von ihrem neuen Album „Music, Fashion, Film“, das am 24. Juli bei Atlantic erscheint.
Erdbeeren mit Sahne statt Zigaretten: Wo der Brat-Sommer einst von Glimmstängeln befeuert wurde, lümmelt sich Charli XCX nun genüsslich durch sommerliche Idylle. Mit „Wink Wink“ liefert die Britin die dritte Single ihres kommenden Albums, es ist nach „Rock Music“ und „SS26″ der nächste Mosaikstein eines auffällig genrefluiden Rollouts.
„Music, Fashion, Film“ folgt auf das gefeierte „BRAT“ von 2024, über der MusikBlog-Review seinerzeit befand, dass neben all dem Hedonismus auch ein Stückchen Herz stecke.
Genau diese Doppelbödigkeit treibt Charli XCX nun weiter: Ernsthaftigkeit und Witz, so ihre Devise, müssten sich nie ausschließen. Wer das Spiel mitspielt, ahnt schon: Das vermeintlich geläuterte Bravsein ist die größte Provokation von allen. Wink, wink.
Der Clou steckt schon im Titel. Im Song schwört Charli XCX hoch und heilig, kein „bad girl“ mehr zu sein – nur um diese Beteuerung mit einem vielsagenden Augenzwinkern sofort wieder zu kassieren. Augenzwinkern, eben.
In den Strophen rechnet sie spöttisch mit ihrem früheren Ich ab:
Sie habe einst Sahne von Erdbeeren geleckt, behauptete, vielleicht mit dem Vater der angesprochenen Person geschlafen zu haben (gefolgt von der Klarstellung, dass nur ein Witz war), und sei früher ohne Unterwäsche auf Trampolinen gehüpft, während sie heute quasi nur noch Hosen trage. Ihren Porsche hat sie verkauft, und seit ihr Freund Rostam ihren Kleidungsstil kommentierte, shoppt sie bei A.P.C. Geläutert? Nun ja. Wink, wink.
Klanglich fällt „Wink Wink“ treibender und nach vorn gehender aus als der zuletzt stark poppige Einschlag – mit jener gitarrengetränkten New-Wave-Kante, die schon die jüngsten Singles prägte.
Das von Stammregisseur Aidan Zamiri inszenierte Video macht aus der Pointe ein lustvolles Schauspiel: Man sieht Charlotte Aitchison, wie Charli XCX bürgerlich heißt, in aufreizenden Posen im Gras liegen, auf dem Dach ihres Hauses thronen und drinnen und davor demonstrativ lasziv Hausarbeit verrichten – die brave Hausfrau als augenzwinkernde Maskerade.
