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Aus dem mittleren Westen der USA erreicht uns der Indie-Pop von she’s green. Seit 2023 besteht die Band rund um Sängerin Zofia Smith und veröffentlicht mit „Swallowtail“ ihren ersten Longplayer.

Dabei handelt sich bei den sieben Titeln eher um eine erweiterte EP, deren Mix aus Shoegaze und Dream-Pop durchaus an Bands wie Cocteau Twins oder Slow Pulp erinnert.

Mit „Locket“ zeigen she’s green Ihre Vorliebe für sphärische Gitarrenwände, die echoend auf Zofia Smiths ätherische Stimme trifft. Melancholisch schwelgt „Locket“ in Erinnerungen eines „simplified mind“ und bereitet die Grundstimmung der folgenden Tracks.

„Dear Ivy“ sucht menschliche Nähe in der Dystopie des Weltgeschehen, vorgetragen von melodiösem, aber fragil zerbrechlichem Gesang, der im Wogen der Gitarren schwelgt, während im „Empty House“ Leere und Einsamkeit mit der Akustikgitarre und stillem Duettgesang einkehren. Bildmalerisch stark erzählt Smith von der Suche nach der verlorenen Identität, verzagt aber am mauen Refrain.

So kehren mit „Paper Thin“ die sphärischen Klänge zurück. Wabernd zerfasern sie die kindlich helle Gesangsstimme und offenbaren die verletzlichen Strukturen hinter Smiths lautmalerischen Textstücken. Wie feine Papierfetzen im Wind werden ihre Worte weitergetragen, bis das Finale furios die Gitarren singen lässt, was sich im Sinne von Indie-Rock auch bei „Mettle“ zuträgt:

Nach zurückhaltendem Intro zerren die Saiten am Saft des Verstärkers, lassen Zofia Smith einen großartigen Refrainmoment erleben und wechseln wieder ins Verhangene, Sphärische, bevor das Spiel den ewigen Kreislauf des Verstärkers wiederholt. Eine versteckte Perle, die vermuten lässt, dass she’s green jenseits der verträumten Melancholie noch mehr zu bieten haben.

Nur kehrt eben diese Schwermut bei „Keeper“ zurück. Der Shoegaze tropft aus jeder Pore dieses Tracks, lebt von der verschrobenen Melodieverschiebung im Gesang und dem wiederholt furiosen Finale, das einen wohligen Schauer über den Rücken zu jagen vermag.

Wie atmosphärisch kann es noch werden? „Close Your Eyes“ zeigt mit fast acht Minuten Spielzeit, wie man Dream-Pop und Shoegaze vermählt und dabei den Spannungsbogen, trotz der Spieldauer, aufrecht erhält.

Das Gehör findet immer wieder neue, aufmerksamkeitserhaschende Elemente im klaren, widerhallenden Instrumentalspiel, bis auch Zofia Smiths zunächst abseitiger Gesang mehr in den Mittelpunkt rückt und orbital kreisend die sphärische Stimmung stärkt. Zentrifugal an Kraft gewinnend zerbirst der Titel letztlich in einer Implosion der Gitarren.

„Swallowtail“ zeigt feinsten Shoegaze-Pop, tut sich aber ein wenig schwer mit der Melancholie, die Zofia Smiths Stimme manchmal lähmend befällt. Dabei wäre Ihre Bildsprache so positiv gestimmt, dass man manchmal gerne das Fenster öffnen und die Sonne reinlassen würde.

Freunde von oben genannten Bands dürfen auf das weitere Schaffen der Band aus Minneapolis gespannt sein.

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