Dead Meadow gehören seit über zwei Jahrzehnten zu den spannendsten Bands der Psychedelic- und Stoner-Rock-Szene. Mit „Foundlings“ legen die US-Amerikaner nun kein klassisches Studioalbum vor, sondern eine Sammlung bislang unveröffentlichter Songs, Raritäten und Coverversionen.
Was zunächst nach einer Resteverwertung klingt, entpuppt sich schnell als überraschend stimmiges Album, das den unverwechselbaren Sound der Band eindrucksvoll zusammenfasst.
Die Songs auf „Foundlings“ entstanden zwischen 2002 und 2024. Trotzdem wirkt die Sammlung erstaunlich geschlossen und frisch. Verantwortlich dafür sind die Markenzeichen von Dead Meadow: schwere Gitarren klänge, hypnotische Riffs, und Jason Simons entspannter Gesang.
Schon der Opener „Lost To Light“ macht deutlich, dass hier keine halbfertigen Demos aus der Schublade geholt wurden. Viele der Stücke hätten problemlos auf einem regulären Studioalbum ihren Platz gefunden.
Auch „Nobody Home“ oder „Everything’s Goin‘ On“ zeigen, wie konstant sich der Sound der Band über die Jahre entwickelt hat. Dead Meadow bleiben sich treu, ohne dabei altbacken zu wirken – und das schaffen längst nicht alle Bands, die seit mehr als 25 Jahren unterwegs sind.
Ein besonderes Highlight sind die Coverversionen. „Tomorrow Never Knows“ von den Beatles verwandeln Dead Meadow in einen dichten psychedelischen Klangteppich, der perfekt zum eigenen Stil passt. Statt das Original einfach nachzuspielen, macht die Band den Song zu ihrem eigenen.
Ähnlich gelingt „No Quarter“ von Led Zeppelin. Die ohnehin mystische Vorlage erhält noch mehr Tiefe und Atmosphäre. Wer auf lange Gitarrenflächen und dunkle Klangwelten steht, dürfte hier voll auf seine Kosten kommen. Mit „Kingdom Of Heaven“ von Powell St. John verneigt sich die Band außerdem vor einem wichtigen Einfluss der Psychedelic-Szene.
„Foundlings“ ist gleichzeitig eine Erinnerung an den 2024 verstorbenen Bassisten Steve Kille. Sein Bassspiel ist auf den meisten Aufnahmen zu hören und verleiht dem Album eine besondere Bedeutung. Dadurch wirkt die Veröffentlichung nicht nur wie eine Sammlung alter Songs, sondern auch wie ein musikalischer Rückblick auf die Geschichte von Dead Meadow.
„Foundlings“ ist kein Album, das man nebenbei veröffentlicht hat, um das Archiv zu leeren. Die Songs ergänzen die Diskografie sinnvoll und zeigen eindrucksvoll, wie zeitlos der Sound der Band geblieben ist. Für langjährige Fans ist es ohnehin Pflichtprogramm. Aber auch Hörer*innen, die Dead Meadow erst entdecken, finden hier einen spannenden Querschnitt durch mehr als zwanzig Jahre Bandgeschichte.
Und ganz ehrlich: Wenn jede „Restekiste“ so gut klingen würde, müssten sich manche Bands gar nicht mehr die Mühe machen, neue Alben aufzunehmen.
