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Mit fast zwei Monaten Verspätung kommt es nun endlich: Das neunte Studioalbum der britischen Indie-Rocker Kasabian. Im Juli hieß es noch sinngemäß, man wolle nichts in die Welt setzen, was nicht zu 100 Prozent sitzt. Die große Frage ist nun also, ob sich diese letzten Schliffe wirklich gelohnt haben. Kurze Antwort: Nein.

Lange Antwort: Der Titel „Act III“ könnte entweder auf den Umstand anspielen, dass dies bereits das dritte Album ohne den langjährigen Sänger Tom Meighan ist. Oder aber, etwas poetischer, auf den dritten Akt eines Dramas, in dem das Finale stattfindet oder zumindest darauf hinführt. Wahrscheinlich führt diese Theorie zu weit, denn sollte hier der Gipfel der Bandkarriere vorliegen, enttäuscht der auf ganzer Linie.

Die hier präsentierte Version von Indie-Rock mäandert zwischen fuzzy Bass und Akustikgitarre, Elektro-Beats und pluckigen Synthesizern einmal quer durch die geteilte Playlist der Mitglieder.

Das klingt phasenweise nach Abklatsch von den Gorillaz („The Guru And The Crypto Machine“), Empire Of The Sun („Silver Apple Eyes“) und immer wieder nach den Editors, aber nur selten nach Kasabian. Die Liste mit weiteren Band-Assoziationen ließe sich noch lange weiterführen.

Am ehesten möchte man sich beim Hören noch in Serge Pizzornos neblig verhallten Gesang reinlegen. Aber der muss nun mal gegen uninspirierte, aalglatte Songs und Sounds ankämpfen, die auch dieser Energiequelle allen Esprit aussaugen.

Stilistisch wirkte die Band noch nie so verwirrt und planlos. Auch die überzeugenderen Anteile klingen aufgesetzt, die Energie springt nie wirklich über. Fast könnte man meinen, dass der treibende kreative Motor hinter „Act III“ nur die zeitliche Überfälligkeit eines weiteren Albums gewesen sein muss.

Das Ganze hätte vielleicht nochmal ein paar Monate länger auf dem Operationstisch liegen können, denn in diesem Zustand sollte „Act III“ recht schnell vergessen sein.

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