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Mit „Nine“ legen Russian Circles ein Album vor, das sich nicht lange mit einer vorsichtigen Einführung aufhält. Bereits die ersten Töne kommen mit ordentlich Wucht daher. Schwere Gitarren, treibendes Schlagzeug und ein insgesamt sehr metallischer Sound bestimmen zunächst das Bild. Der Einstieg wirkt kompromisslos und macht schnell deutlich, dass dieses Album seine Energie nicht verstecken möchte.

Doch das Album bleibt nicht ausschließlich in dieser musikalischen Schwere. Mit „Eluvial“, einem der bereits vorab veröffentlichten Tracks, öffnen Russian Circles ihren Sound und lassen elektronische Elemente einfließen. Diese bleiben dabei angenehm eingebettet, ohne den Charakter des Albums komplett auf den Kopf zu stellen.

Auch der darauffolgende Track „E2“ setzt diese elektronisch angehauchte Richtung fort und sorgt damit für eine interessante Abwechslung innerhalb des Albums.

Danach nimmt sich das Album etwas mehr Zeit zum Durchatmen. „Meridian“  fällt im Vergleich zu den vorherigen Stücken deutlich ruhiger aus, verliert dabei aber nie vollständig die Spannung. Ein bestimmter Tonus bleibt bestehen und verhindert, dass die Stimmung ins Belanglose abrutscht. Genau diese Wechsel zwischen Intensität und ruhigeren Momenten machen das Album abwechslungsreich.

Besonders der sechste Song des Albums „Arletta“ sticht dabei heraus. Er schlägt eine beinahe mittelalterlich anmutende Richtung ein und wirkt dadurch wie ein musikalischer Ausflug in eine andere Zeit. Zwischen den schweren Gitarren und elektronischen Momenten des Albums entsteht hier ein überraschend ruhiger Gegenpol.

Auch gegen Ende verliert das Album nichts von seiner Atmosphäre. Statt einfach noch einmal alles auf maximale Härte zu drehen, führt der letzte Track „Seventh Seal“ zu einem stimmigen Abschluss. Er fühlt sich weniger wie ein weiterer Song an, sondern vielmehr wie das verdiente Ende einer Reise, die zuvor immer wieder zwischen verschiedenen Klangwelten gewechselt hat.

„Nine“ überzeugt vor allem durch diesen Mix. Russian Circles verbinden schwere, metallische Instrumentals mit elektronischen Elementen und ruhigeren, atmosphärischen Passagen. Dadurch entsteht ein Album, das nicht dauerhaft auf derselben Intensität bleibt, sondern immer wieder neue Facetten zeigt.

Gerade diese Kontraste machen „Nine“ zu einem abwechslungsreichen Hörerlebnis und zeigen, dass Härte und Ruhe durchaus nebeneinander funktionieren können.

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