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Durch einen stadtpark-großen Blumenstrauß formuliert: Danger Dans Musik war nie wirklich mein Fall. Klar, „Das ist alles von der Kunstfreiheit gedeckt“ kann man schon als modernen Klassiker zählen, dessen Reize auch mir nachvollziehbar sind. Und außerdem ist er überall: Aus diversen geteilten Playlisten, Festivalcamps und Gesprächen über – nun ja – Kunstfreiheit kann ich dieses Lied nicht mehr wegdenken. Aber der Rest der Diskografie ist stets vollkommen egal geblieben.

An diesem fünf Jahre alten Song lassen sich Danger Dans gesamten lyrischen und musikalischen Stärken aufzeigen. Die größte besteht aber darin, dass es ein einzelner Song ist, der eben keine Albumlänge hat.

Zurück also in die Gegenwart: „Keine Angst“ ist das mittlerweile dritte Album des Rapper/Songwriters und Antilopen-Gang-Mitbegründers, der bürgerlich Daniel Pongratz heißt. 12 Songs lang sing er und begleitet sich dabei am Klavier. Manchmal kommen ein paar Gastmusiker*innen dazu, aber im Kern war es das auch schon.

„Warum es nicht geklappt hat“ beschreibt eine ehemalige Liebesbeziehung zu einem Mann – Pongratz bezeichnet es selbst als „rückwirkendes Coming-out“.

In „Dass es hier so schön ist“ verhandelt er seine fortschreitende Augenerkrankung (Retinitis pigmentosa) und sein Leben mit der Erkenntnis, irgendwann vollständig zu erblinden. Und der Zusammenhalt zwischen denen, die alle gleichermaßen mental am Ende sind ist in „Die meisten meiner Freunde“ Thema.

Diese Texte kommen ganz eindeutig aus dem Herzen, aus gelebter Erfahrung. Und deshalb fühlt es sich umso unschöner an, offen zuzugeben, davon kalt gelassen zu werden. Aber nach spätestens 20 Minuten macht es emotional keinen Unterschied mehr, ob gerade eine persönliche Reflexion über Vergänglichkeit aus den Boxen schallt, oder eine humoristische Vignette mit Zirkus-Boogie-Untermalung („In der Roten Rose“).

Der einzig wirklich spannende Song bleibt der Titeltrack „Keine Angst“, dessen Ausschluss aus einer ZDF-Sendung im Vorfeld der Veröffentlichung einige Tage lang für giftigsten Online-Diskurs sorgte. Sieben Minuten lang ruft Danger Dan darin auf, keine Angst vor dem Erstarken des Nationalsozialismus und seinen Vertreter*innen zu haben – indem er detaillierte Anleitungen zum Widerstand auf grundlegendster Ebene liefert: Banden bilden, lokale Nazis auskundschaften und outen, für Konfrontationen gewappnet sein.

Den Rest der Platte kann man durchaus dafür schätzen, als komplexes Kunstwerk in komplexen Zusammenhängen zu stehen. Dafür, dass die Texte bei vielen Menschen Anklang finden werden: Für die bisherige mediale Empörung. Für die politischen Implikationen und die bisherigen Verstrickungen des Künstlers, die man an anderer Stelle wunderbar kritisch aufdröseln könnte.

Aber nicht an dieser. Dies ist nur die Stelle, an der festgehalten wird, dass das Gesamtbild unfassbar fade wirkt. Dabei steckt es voll von emotionalem Sprengstoff und wird in einem wahrhaftigen medialen Minenfeld abgeworfen. Da hätte man ein kleines bisschen mehr Spannung erwarten können, oder?

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