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Danger Dan von Antilopen Gang hat vorgestern seine neue Single „Keine Angst“ inklusive Musikvideo veröffentlicht. Der Song stammt von seinem neuen Soloalbum, das am 2. Oktober via Ölsardinenindustrie / Warner Music erscheint.

Kurz bevor die Republik sich für das Wochenende in den Biergarten verabschiedet, schickt Danger Dan noch eine politische Kampfansage hinterher – textlich jedenfalls, musikalisch bleibt „Keine Angst“ eine Hymne mit Gänsehautgarantie.

Die Zeile „Und die Geschichte hat uns schon mal gezeigt, es wird noch schlimmer, wenn man gar nichts tut und schweigt“ dürfte schon bald von tausenden Kehlen mitgegrölt werden, mutmaßlich mit erhobener Faust und feuchten Augen.

Ironischerweise durfte genau dieser Song ausgerechnet dort nicht erklingen, wo er besonders gut gepasst hätte: in der ZDF-Kabarettsendung „Die Anstalt“.

Kurz vor der geplanten Probe zu der Jubiläumsfolge Nummer 100 zog die Sender-Intendanz die Reißleine und untersagte den gemeinsamen Auftritt von Danger Dan und Pianist Igor Levit – ohne schriftliche Begründung wohlgemerkt, obwohl der Song dem Sender schon wochenlang vorlag und offenbar sogar juristisch abgesegnet war.

Selbst das Team der Sendung soll protestiert und sein Konzept extra umgeschrieben haben, um das Lied einzubauen.

Danger Dan und Igor Levit lassen die Absage nicht kommentarlos stehen. In einem gemeinsamen Statement betonen sie, Meinungsverschiedenheiten gehörten zu Freundschaft und zu Demokratie dazu – Debatten seien ausdrücklich erwünscht.

Doch wenn eine Intendanz eigenmächtig in Sendungen eingreife, antifaschistisches Liedgut kassiere und jede Erklärung verweigere, sei das kein demokratischer Vorgang mehr, sondern „ein autoritärer Akt“.

Zwischen Zensurdebatte und Gesang bleibt am Ende vor allem eines hängen: Danger Dan hat mit „Keine Angst“ nicht nur einen Ohrwurm geschrieben, sondern auch ungewollt bewiesen, wie leicht sich Kunstfreiheit in diesem Land offenbar noch immer wegdiskutieren lässt.

Wer nun denkt, das sei schon die Pointe des Abends, hat das dazugehörige Musikvideo noch nicht gesehen. Regisseur David Bruchmann inszeniert den über siebenminütigen Track in edlem Schwarz-Weiß: Danger Dan sitzt zunächst allein am Keyboard, ganz reduziert.

Nach und nach tauchen im Hintergrund die Streicher*innen auf, später gesellt sich die restliche Band dazu – ein visuelles Anschwellen, das die Dramaturgie des Songs perfekt spiegelt und aus einer intimen Klavierballade Stück für Stück ein orchestrales Statement macht.

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