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FEE PENAFIEL – Die Wolken über uns

Sechs Jahre nach ihrem letzten Album „Nachtluft“ (2020) meldet sich die Frankfurterin FEE PENAFIEL zurück – das Leben hat in der Zwischenzeit zwar neue Saiten aufgezogen, ihren musikalischen Wurzeln bleibt sie aber weiterhin treu.

Wer nach dem ersten Durchhören von „Die Wolken über uns“ denkt, hier tanze bloß gut gelaunter Indie-Pop durchs Wohnzimmer, hat nur die halbe Wahrheit gehört – im wahrsten Sinne: Der Opener heißt „Halbe Songs“, klingt lässig und catchy, verhandelt aber unter der Oberfläche schmerzhafte Themen.

FEE PENAFIEL versteckt sich auf ihrem dritten Album nie hinter großen Metaphern, sondern schreibt einfach, was sie denkt – aus dem eigenen Alltag heraus, über sich und über andere. Ihre Gabe ist es, schwere Themen so zu verpacken, dass immer eine Leichtigkeit mit durchscheint, wie ein musikalisches Schulterzucken.

„Lost im Paradies“ macht aus einem zeitgemäßen Luxusproblem – überfordert sein von zu vielen Möglichkeiten – einen Ohrwurm.

„Karussell“ liefert dazu gleich das passende Bild fürs ganze Album: äußerlich verspielt, im Kern aber die Beschreibung einer Beziehung, die sich dreht und dreht, ohne vom Fleck zu kommen.

Diese Spannung zwischen leichtem Ton und schwerem Gepäck begleitet auch „Genug“ und „Graue Wolke“, die von zermürbenden Beziehungen und – ziemlich unverblümt – von Depression erzählen.

Dagegen setzt die Künstlerin bewusst hellere, energiegeladenere Momente: „Ostendallee“ besingt mit mehr Schwung die eigene Wohnung und den Wunsch irgendwann abzuhauen, „Gut“ wirkt fast wie eine deutschsprachige Antwort auf Bobby McFerrins „Don’t Worry Be Happy“.

Besonders berührend gerät „Im Dunkeln“, ein persönliches Porträt von Isolation im digitalen Zeitalter, inspiriert von ME/CFS – einer neuroimmunologischen Erkrankung, von der laut Schätzungen rund 650.000 Menschen allein in Deutschland betroffen sind.

Zum Ausklang darf mit dem verspielten Retro-Track „Aber Marie“ dann doch noch getanzt werden.

Musikalisch bleiben die Songs weitestgehend reduziert: dezentes Schlagzeug, Akustikgitarre, Piano – große Spielereien sucht man hier vergebens, was aber gut zum Konzept passt.

FEEs Stimme trägt die Songs im lässigen Sprechgesang meist mühelos, kippt streckenweise aber auch ins Gelangweilte – mal wirkt das wie kalkulierte Coolness, mal einfach wie Coolness ohne viel Kalkül dahinter.

Keine monumentalen Ausbrüche, eher kleine, tanzbare Träumereien und Gedanken – die meisten Songs bleiben dabei unter der Drei-Minuten-Marke. Genau das ist Stärke und Schwäche zugleich: Man würde gern noch länger zuhören, aber der Gedanke ist eben zu Ende, wenn er zu Ende ist.

Bleibt zu hoffen, dass FEE PENAFIEL beim nächsten Album auch mal eine Wolke etwas länger ziehen lässt, bevor die nächste kommt.

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