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Slothrust – What They Grow In The Garden

Schwierigkeiten in der Produktion lassen sich durch geschickte Wortwahl schnell in bewusste Stärken umwandeln. Dass die Indie-Rocker Slothrust für ihr sechstes Album „What They Grow In The Garden“ nur noch als Duo dastehen, legt genau dieses Vorgehen nahe.

Dass es nur dank klanglicher Kniffe und Schummeleien so klingt, als würde eine ganze Band im Studio stehen, könnte man entweder verschleiern. Oder aber man betont die Künstlichkeit ganz offen – zum Beispiel mit einem eigens geschaffenen Stilbegriff, den so schnell niemand imitieren wird.

„Dystopian Theatre Rock“ nennen Slothrust dieses Geflecht aus Sterilität und allem, was sich irgendwie unter organischem „Alternative“ fassen lässt: Grunge, Shoegaze, Indie-Pop. Alles verschwimmt in der akustischen Theater-Inszenierung.

So unscharf der Kern auch klingt, so passend wirkt das selbstgewählte Etikett. Denn „What They Grow In The Garden“ ist von vorne bis hinten überaus dramatisch – vom ersten Blick auf das Albumcover (auf dem Sängerin Leah Wellbaum gekreuzigt auf einem Feld steht; Schlagzeuger Will Gorin hockt wie ein Totengräber apathisch daneben), über das kurze wie schwere Piano-Intro „Dissolve The Delusion“ und über 11 sehr pathetisch vorgetragene Songs hinweg.

So düster kennt man die Band bisher gar nicht, an und für sich steht ihnen dieses Image auch gut. Wirkliche Highlights sind nach dem Hören allerdings nur schwer aufzuzählen. Am ehesten bleiben als Ausnahmen zu nennen:

Die düstere Gitarrenmelodien in „Aboslute Power“ wirken im Zusammenspiel mit den verhallten Fiedeln fast wie die Perversion einer Country-Ballade.

„The Lake“ kratzt mit Stopps und geflüsterten Passagen knapp an unangenehmer Athmosphäre.

In „Keep Us Thirsty“ erkennt man am direktesten den kritischen Anspruch der Texte wieder, die sich auf verschiedene Weise mit digitalem Überkonsum und der Entrückung von der „taktilen, organischen Menschlichkeit“ beschäftigen.

Hätte die Musik mehr Biss, würden diese Zeilen auch sicherlich besser sitzen. So bleiben Slothrust genau auf dem Mittelweg zwischen unvorhersehbarer stilistischer Wandlung und vorhersehbarem Songwriting. Zum Nachdenken regt das weniger an, allerdings kann man dazu super abwaschen.

Die Theatralik des Gesamtpakets hätte eigentlich einen Zyklus an originellen Musikvideos verdient. Vielleicht würden die Songs so auch eher zur Geltung kommen. Im „Indie Brandneu“-Mix werden sie recht schnell untergehen.

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