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Margo Mann – Love Is A Dog

RubrikAlben
Künstler*inMargo Mann
GenresFolk · Indie-Pop

„Love Is A Dog“. Unseren pelzigen, vierbeinigen Begleitern sagt man eine bedingungslose Loyalität nach, ob Margo Mann mit dem Titel Ihres Debütalbums darauf anspielen will, dass man diese Form der Zuneigung bei Menschen nicht finden wird?

Ihre Songs drehen sich rund um die Liebe, zerbrochene Herzen, beendete Beziehungen und all die Erfahrungen, die damit einhergehen. Da scheint doch Charles Bukowskis Zitat, bezogen auf die Schmerzen der Liebe, „Love is a dog from hell“ näherliegend zu sein.

Musikalisch ist die Australierin im Folk zu verorten, der tiefe Wurzeln im Indie-Pop schlägt und einen sehr offenen, modernen Sound transportiert. Schon der Opener „Grace“ ist eine ruhige Komposition, verweilend in der tragenden Stimme von Margo Mann.

Die klare Tonalität zeigt sich auf allen 11 enthaltenen Titeln. Ob im rhythmischen, vom Piano begleiteten „Westgarth“, dessen romantische Stimmung sich im stimmlichen Timbre niederschlägt oder in der ziemlich direkten Aufforderung „Kill The Girl“, dessen humoriges Augenzwinkern musikalisch schwer in einer von Bukowskis Kneipen gut aufgehoben wäre:

Zunächst träge, wabert der Titel bedeutungsschwer hin zu den befreienden Worten „I have to kill her, before she kills me“. Danach ist die schwere Last vom Herzen und der Titel wird zum rührigen Stück, das sich auch mit bluesigen Gitarren zu schmücken vermag.

Die Ironie verschwindet wieder, dafür tänzelt „Not Love“, von Bläsern und Tasten beschwingt, melodisch durch rosa Wolken, ausgespuckt von der Popmaschinerie, trifft unterwegs auf dicke Regenwolken, die „The Worth Of It“ hinterfragen und den Herzschmerz in Form einer akustischen Pianoballade zu Boden prasseln lassen.

Was direkt zu „Shapeshifter“ führt, der musikalischen Befreiung aus dem Schmerz. Den Rhythmus noch ein wenig schwer im Gang wird dieser klangstarke Song mit der Zeit immer melodischer, befreit sich mit einem arhythmisch holpernden Refrain und führt zum Umbruch. Ein, wohl gerade wegen seiner Herangehensweise, positiver Titel, der Margo Manns wandlungsfähige Stimme zur Geltung bringt.

„Watch And Wait“ gibt sich der Lethargie und dem kehligem Sprechgesang hin. In der Einöde des „Drive The Long Way“ verliert sich die Aufmerksamkeitsspanne zwischen poppigem Arrangement und Margos Liebesbeteuerungen, so dass es zum „Walk Out Of Your Skin“ wird:

Eine atmosphärisch starke Ballade, die zentriert um Manns Storytelling den Gefühlsbohrer dort ansetzt, wo es besonders weh tut. Der Chorus befreit mit seiner dynamischen Intensität und trägt auch „Trust Your Design“:

Dieser atmosphärisch pulsierende Titel, schleppt sich zwischen Sound-Gimmicks und einem minimalistisch eingesetztem Piano zur Selbsterkenntnis.

Ja, „Love Is A Dog“. Der Titeltrack am Ende setzt auf Margo Manns klare und doch gehaucht weiche Stimme, die eindringlich und sicher das emotionale Spiel beherrscht. Das Piano tropft wie Lava zwischen die Worte, zähflüssig und wärmend.

Margo Manns Debütalbum konfrontiert uns mit allen Facetten der Liebe. Mal herzerwärmend, mal abstoßend schmerzhaft und doch blickt es uns am Ende mit den treuen Augen eines Hundes an. Alles wird gut – irgendwie.

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