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CocknBullKid – Adulthood

Wer CocknBullKid bereits kennt, weiß, dass dieses Album schon sehr lange angekündigt war und ursprünglich bereits für Herbst letzten Jahres geplant war. Die bisherigen, zahlreichen Singles und die EP “Querelle” ließen Vielversprechendes erwarten.

Hinter CocknBullKid verbirgt sich Anita Blay, die im (Noch-) Künstlerviertel Hackney im nördlichen Osten von London aufgewachsen ist und bereits mit 10 Jahren angefangen hat, Songs zu schreiben. Ihr musikalischer Durchbruch kam nach eigener Aussage beim Mitmachen an dem Ost-Londoner “Jugend-macht-Musik”-Projekt “Tribal Tree“. Tribal Tree war und ist wohl immer noch eine Wohltätigkeitsorganisation von verschiedenen Leuten aus der Musik- und Ausbildungsbranche, die sich der künstlerischen Förderung von Jugendlichen verschrieben hat.

Der erste Longplayer von CocknBullKid ist eine große Weiterentwicklung. Anita Blay hat sich dafür Unterstützung von Liam Howe geholt, Mitglied der Sneaker Pimps sowie Produzent von unter anderem Marina & The Diamonds, Sophie Ellis-Bextor und Ellie Goulding. Das hört man dem Album natürlich auch an.

Sowohl Liam Howe als auch Anita Blay, die Madonna, Björk und Morrissey als Vorbilder nennt, haben eine Affinität zur Musik der 80er und frühen 90er Jahre. Das ist an den schönen, typisch 80er Synthi-Klängen auf der Platte zu erkennen, die zum Teil etwas an OMD und Erasure erinnern.

Ebenfalls dazu passt die gemeinsame Tour mit Duran Duran in diesem Jahr. Für die Grooves in dem Sound von “Adulthood” ist maßgeblich auch Jason Charles Beck aka Chilly Gonzales verantwortlich, der einige Songs mitgeschrieben und produziert hat.

Ähnlich wie auch bei La Roux ist bei CocknBullKid die meist sehr hohe Gesangsstimme ein besonderes Markenzeichen. Auch wenn sich Anita Blay bisher mit gender-politischen Statements eher zurück gehalten hat, ist CocknBullKid sicherlich auch in dem Kontext der neuen Feminität in der Popmusik zu betrachten, bei der die Sängerinnen bewusst den Fokus auf die Musik legen und weniger auf weibliche, landläufige Pop-Klischees bedienende Äußerlichkeiten.

Dass das Popdiva-Image der 90er ausgedient hat, ist ja spätestens seit The Gossip Girl und Karl Lagerfeld-Muse Beth Ditto klar.

Der Titel “Cocknbullkid” aus dem Album sowie das “Stop Your Whistling”, als B-Seite der 7″ Vinyl-Single von “Hold On To Your Misery” veröffentlicht, sind auch als Statement von CocknBullKid gegen das Divasein gemeint. Etwas zu sagen haben ist für Anita Blay wichtiger als zum Beispiel perfekt singen zu können (obwohl sie das nun wirklich gut kann).

“Adulthood” ist die perfekte Kombination aller Zutaten für eine schöne Sommernachtsparty – solidarische Jugend-Hymnen zum Warmwerden (“Adulthood”, “Hold On Tour Misery”), etwas Romantik (“Bellyache”), ein bisschen Großstadt-Neurotik (“Asthma Attack”), Sugababes-Party-Glamour (“Distinction”), exotisch angehauchter Dancefloor (“Mexico”), etwas Melancholie (“Dumb”) und ansonsten gute Laune, Tanzen im Kreis mit wehendem Kleid, geheimnisvolles Im-Gebüsch-Verstecken und das Spüren der warm-feuchten Luft der Nacht.

Morrissey
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