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30 (+1) Jahre Einstürzende Neubauten

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Am 1. April 1980 fand das legendäre erste Konzert der Einstürzenden Neubauten im „Moon“ in der Bundesallee in Berlin statt (und übrigens nicht unter oder in einer Autobahnauffahrt wie oft zu lesen ist). Mit dabei damals neben Blixa Bargeld und N. U. Unruh auch Beate Bartel und Gudrun Gut.

Gudrun Gut gründete übrigens 1981 mit Bettina Köster die Band Malaria!, die im selben Jahr auf der 12″ „Malaria!“ ihren bekanntesten Titel „Kaltes klares Wasser“ veröffentlichten. Dieser wurde u.a. im Jahr 2000 von Chicks On Speed gecovert. 1996 hat Gudrun Gut das sehr beachtenswerte Werk „Members of The Ocean Club“ mit vielen Gästen wie Blixa Bargeld, Anita Lane und Inga Humpe, die heute mit 2raumwohnung unterwegs ist, heraus gebracht.

Die erste Single der Neubauten „Für den Untergang“ wurde zunächst mit einem Radiorecorder unter besagter Berliner Autobahnbrücke aufgenommen und danach in Harris John’s Music Lab in Moabit tontechnisch verbessert. Nach wie vor hartnäckig hält sich das offenbar von der taz gestreute Gerücht, dass an dieser Autobahnbrücke eine Gedenktafel des Berliner Senats als Erinnerung hängt. Dies stimmt jedenfalls nicht, allerdings gibt es diese goldene Metalltafel in dem Videofeature „Liebeslieder“ von Klaus Maeck und Johanna Schenkel zu sehen.

Die ersten Alben „Kollaps“, „Zeichnungen des Patienten O.T.“ und „Halber Mensch“ waren von klaustrophobischem Industrialsound und apokalyptischem Postpunk geprägt, wie er so wohl nur in der Mauerstadt Berlin entstehen konnte. „Yü-Gung“, die Singleauskopplung aus „Halber Mensch“ war dann so etwas wie ein erster größerer Hit. Überhaupt war „Halber Mensch“ ein überragendes Album, die Songs auch in den Tempi abwechslungsreich, wobei insbesondere mit den letzten Titeln der Scheibe „Sehnsucht“, „Der Tod ist ein Dandy“ und „Letztes Biest (am Himmel)“ eine schleppende Langsamkeit zelebriert wird, wie sie damals nur noch von den Swans so beherrscht wurde.

Diese kunstvolle Langsamkeit wurde auf dem nächsten Album „Fünf auf der nach oben offenen Richterskala“ fortgeführt und fand ihren Höhepunkt sicher in dem mystischen, über 8 Minuten langen „12 Städte“.

Mit „Haus der Lüge“ gelang den Neubauten dann der Sprung in die Neuzeit und es waren erstmals disco-taugliche Klänge zu hören. Diese Platte lieferte auch von den neueren Alben die mit Abstand besten Texte. Wie FM Einheit (aka Mufti), der früher immer für Interviews vorgeschickt wurde, einmal sagte, Blixa Bargeld liest viele Bücher, die sonst niemand liest. Man weiß nicht, ob das etwas Gutes ist, Fakt ist aber, dass es bis Blumfeld keine so originellen, intelligenten und trotzdem relevanten Texte gab wie in „Feurio“ oder „Haus der Lüge“, um nur zwei Beispiele zu nennen.

Die 1990er waren nicht die Dekade der Neubauten. Die „Tabula Rasa“ Trilogie und „Ende Neu“ waren keine schlechten Alben, aber es fehlte irgendwie die Einzigartigkeit. Das änderte sich dann erst wieder nach dem Millenium mit dem Album „Silence Is Sexy“. 2003 hat sich übrigens Blixa Bargeld, der seit 1984 als Gitarrist bei Nick Cave’s Bad Seeds mitgespielt hat, entschlossen, sich wieder stärker auf die Einstürzenden Neubauten zu konzentrieren und die Bad Seeds zu verlassen.

Offenbar bedingt durch den Verkauf von Mute, dem damaligen Plattenlabel der Neubauten, an EMI im Mai 2002, war das zur Verfügung gestellte Budget der Plattenfirma lächerlich klein, wie Blixa Bargeld damals kundgab. Daher war ein innovatives Finanzierungskonzept notwendig geworden und 2002 begann „Neubauten goes social“ mit dem Supporter Konzept (und damit übrigens lange vor Facebook und dem Hype um „soziale“ Medien).

Damals haben die Neubauten zusammen mit der Chinesin Erin Zhu (Blixa Bargeld’s Ehefrau, Stanford-Absolventin und Tochter des US-Unternehmers Min Zhu) ein abo-basiertes Modell ins Leben gerufen, bei dem Fans über eine bezahlte Mitgliedschaft als sogenannte „Unterstützer“ bzw. „Supporter“ einen direkten Zugang zur Band via Webcam und Chat erhalten konnten. Dadurch konnten sie Einfluss auf die Musik nehmen und haben zwei Alben in den ersten beiden Supporter-Stufen zunächst exklusiv erhalten. Modern ausgedrückt also die „Band On Demand“ (wobei diesen Ausdruck für Internetdienste-Plattformen damals noch niemand gebraucht hat). Mit diesem Konzept haben die Supporter die Produktion der kommerziellen Longplayer „Perpetuum Mobile“ und „Alles wieder offen“ ermöglicht. Die dritte Supporter-Stufe bestand dann aus der sogenannten Musterhaus Serie, die aus acht sehr experimentellen Alben besteht.

Mit freundlicher Unterstützung von N.U. Unruh und Hartmut Fischer.

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