Klee – Aus lauter Liebe

Wer musikalische Überraschungen sucht, findet diese bestimmt nicht auf Klee Platten. Schließlich ist die Kölner Band schon seit sie unter dem Namen Ralley unterwegs war auf der Suche nach dem perfekten Pop Song. Und mit Meilensteinen wie „Tausendfach“ oder „Lichtstrahl“ waren sie auch schon sehr nah dran.

Beim Eintauchen in die Musik von Klee gerät man in eine Welt, in der weder Klimawandel, Terrorismus, Politik noch Papst-Besuche existent sind und sich die Gegenwart auf zwei Dinge, aber dafür mit allen denkbaren Facetten fokussiert: Liebe und Gefühle. Das kann durchaus kitschig und realitätsfern genannt werden, in manchen Momenten ist es eben genau deshalb schön.

Auf dem jetzt vorgelegten Album gelingt es der Band wieder besser als auf dem Vorgänger „Berge versetzen“, ihre typischen musikalischen Themen zu bearbeiten. Der Musik-Verantwortliche Sten Servaes pendelt in der Instrumentierung zwischen fast opulentem Sound („Meilenweit“) und nur mit Accoustikgitarre untermalten Stücken („Fliegen“), auch Waldhorn und Akkordeon tauchen hier und da auf und runden den Klang ab. Gut abgestimmte Tempowechsel („Nimm Dein Leben in die Hand“, „Natalie“) sorgen dafür, dass die Skip-Taste bis mindestens Mitte des Albums unangetastet bleibt.

Klare und einfache Texte, die die großen Fragen einer Beziehung stellen („Adieu“, „Vergiss nicht“), mit der perfekt dazu passenden Stimme von Frontfrau Suzie Kerstgens, der man sich ohnehin nicht entziehen kann, bilden die Mischung, für die die Menschen Klee lieben. Oder eben hassen. „Aus lauter Liebe“ leistet sich abgesehen von dem Totalausfall „Puls und Herzschlag“ kaum Schwächen. Inklusive des Cover Fotos ist alles sorgfältig aufeinander abgestimmt. Dem richtigen Fan sei die limitierte Deluxe Version mit jeder Menge Bonus Material ans Herz gelegt.

Und wenn Suzie mir einmal singend die Frage „Willst Du bei mir bleiben?“ stellt, sage ich wahrscheinlich ja. Vielleicht.

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