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Reeperbahn Festival 2011

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Wie jedes Jahr im September fand auch dieses Jahr wieder das Reeperbahn Festival in Hamburg statt. Über drei Tage vom 22. bis 24. Sep. In über 30 Locations rund um die Reeperbahn und mit ca. 200 Künstlern. Wir waren am Freitag und Samstag für euch vor Ort.

Freitag, 23.9.2011

Am Freitag begann das Festival mit Eastern Conference Champions im wie immer völlig überfüllten „Molotow“ am Spielbudenplatz. Die auf Platte ganz ok, wenn auch nicht übermäßig originell klingenden Champions waren jedoch live nicht ganz so überzeugend.

Die Berliner Band Warren Suicide bot dann im „Uebel&Gefährlich“ neben den bekannten Elektro-Klängen auch Streicherklänge, mit allein drei entsprechenden Instrumenten auf der Bühne, was nicht mehr allzuviel Platz für die anderen ließ. In Summe eine sehr ansehnliche Performance und deutlich abwechslungsreicher als der sonst übliche Wave/Gotik-typische Elektrosound ihrer Platten.

Ein großes Highlight wie auch schon letztes Jahr dann der Bazzookas „Ska-Bus“. Die Holländer boten in ihrem schwankenden, amerikanischen Schulbus als Konzertbühne wieder eine tolle Mitmach-Show. Manager Bryan Robert Kraan hat uns spontan das aktuelle Album der Bazzookas in die Hand gedrückt, das nicht nur mit cooler Mucke, sondern auch sehr schönem Artwork aufwartet.

Dry The River spielten währenddessen im „Knust“. Was am Anfang so klang, als hätten sie schon das eine oder andere Mal die Editors gehört, geriet dann zu feinem, behutsamen Folk-Pop. Wer jetzt aber an James Blunt denkt, irrt gewaltig. Auch wenn es stimmlich manchmal ähnlich klingt, die Jungs von Dry The River sind doch weit weg von Whimp-Pop und können auch mal ordentlich in die Gitarrensaiten hauen. Derzeit sind sie übrigens mit Bombay Bicycle Club auf Tour.

Die „Grand Dame“ des melancholischen Wortwitzes, Christiane Rösinger, machte in den „Fliegenden Bauten“ mit einem Querschnitt durch Ihr musikalisches Lebenswerk auf charmante Art klar, warum eine Beziehung unnütz, überflüssig und Pärchen Betrieb generell abzulehnen ist. Frau Rösinger hat 1997 die Berliner Band Britta mitgegründet und zuvor bei den Lassie Singers gespielt. Seit einem gemeinsamen Auftritt im Jahr 2007 auf der Frühjahrsgala von Flittchen, dem damaligen Platten-Label von Britta, sind sie auch mit den Österreichern von Ja, Panik befreundet und treten auch auf ihrer derzeitigen Tour teilweise zusammen auf.

Etwas massenkompatibler wurde es dann mit Friendly Fires im „Uebel&Gefährlich“. Diese lieferten eine solide Vorstellung ihrer Hits. Sänger Ed Macfarlane sollte aber mal seine Tanzbewegungen überdenken, diese passen eher in einen Hawaii Animierclub als zu einer Rockband. Im Publikum war übrigens auch Thees Uhlmann zu finden, der auf die Ansprache „Bist Du Thees Uhlmann?“ mit dem Witz entgegnete „Sind Sie Mario Adorf?“, „Ja“, „Oh Entschuldigung, dann habe ich Sie verwechselt.“

Der Auftritt von Turbostaat in den während des Festivals eher auf Laufkundschaft ausgelegten „Docks“ mochte manch zufällig hinein geratenen Besucher irritiert haben. Der schnörkellose Old School Punk Rock der Band sorgte aber dafür, dass bei dem einen oder anderen St.Pauli-Fan der aufgrund der Heimniederlage seiner Lokal Matadoren (1:3 gegen Erzgebirge Aue) missratene Abend gerettet wurde.

Den Abschluß des Freitags bildete dann EMA im „Knust“. Erika M. Anderson, wofür die Abkürzung steht, kommt aus Kalifornien, hat aber mit Surfen, Sommer und guter Laune musikalisch nichts am Hut, sondern macht höchst interessanten Noise-Pop mit ordentlich Groove. Auf sie wird in Zukunft noch zu achten sein.

Samstag, 24.9.2011

Am Nachmittag zeigte Ex-MTV Moderator Ray Cokes mit seiner Reeperbahn Revue im Schmidt Theater gewohnt exzellente Unterhaltung mit den üblichen Witzen über Drogen und Sex. Zu Gast am Samstag waren die Österreicher Francis International Airport, der sehr imponierende Alleinunterhalter Yoav sowie die Isländer Dikta. Wie jedes Jahr bei der letzten Show wurde versucht, mit Hilfe von aus dem Publikum zugerufenen Textzeilen einen Songtext zusammen zu basteln und diesen dann live zu singen. Dafür holte sich Cokes diesmal sogar zwei professionelle Songschreiber, die unter anderem Titel für Kylie Minogue geschrieben haben. Besser ist der Song davon nicht geworden, aber es war ja eher der Spaß, der zählte.

Beim weiteren späteren Auftritt von Francis International Airport ließ allerdings die viel zu kleine und hoffnungslos überfüllte Location „Grüner Jäger“ jegliche Stimmung vermissen und zeigte stattdessen viele Menschen, die das Reeperbahnfestival offenbar mit einem lokalen Kneipen-Fest verwechselten.

Deutlich bessere Stimmung dann jedoch bei Pigeon John im „Uebel&Gefährlich“. Der US-Hip-Hopper heizte das Publikum mit Sprüchen wie „Hamburg, you’re a pretty ass city, make some noise“ an, bot eine gute Show und zudem mal eine angenehme musikalische Abwechslung.

Airship im „Knust“ wollten teilweise etwas wie die Smashing Pumpkins klingen, klangen aber dabei gar nicht schlecht. The Duke Spirit aus London, die 2005 das sehr beachtenswerte Album „Cuts Across The Land“ veröffentlichten, boten dann im „Gruenspan“ eine gute Vorstellung. Die enorme, auch physische, Bühnen-Präsenz von Frontfrau Liela Moss war schon sehr beeindruckend. Wieder im „Knust“ trat dann MiMi aus London auf, die etwas an die frühe Heather Nova erinnerte. Ansonsten macht die Tochter von Marius Müller-Westernhagen, die ihre aktuelle Platte in Hamburg aufgenommen hat, soliden Female Songwriter-Pop und klingt zum Glück nicht im Entferntesten wie ihr Vater.

Ja, Panik lieferten im „Gruenspan“ eine gelungene Präsentation Ihres aktuellen Albums „DMD KIU LIDT“. Musikalisch druckvoller als auf der Konserve müssen lediglich die Bandkollegen von Sänger Andreas Spechtl ihre Gesangseinlagen bei „Nevermind“ noch etwas besser üben, um wenigstens jeden zweiten Ton zu treffen.

Zum Abschluss des Festivals dann die liebenswerte Neuseeländerin Brooke Fraser in den „Docks“. Mit ihrer Gitarre, die – wie bei Folk-Pop Sängerinnen üblich – dreimal so groß war wie ihr Körper, und ihrem sehnsuchtsvoll dahin geschmauchten Romantik-Pop erinnerte sie an die Sundays, Sophie B. Hawkins oder, wer will, eben auch an Marit Larsen, die bereits ein Jahr zuvor an gleicher Stelle einen ebenso würdigen Festival-Abschluss lieferte. Ganz großes Kino, das einem auch das diesjährige Reeperbahn Festival wieder in toller Erinnerung behalten lassen wird.

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