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Ja, Panik – DMD KIU LIDT

„Sorry for my bad English, but my German is even worse!”

Und es gibt doch Musik aus Österreich, auch wenn die Band aus dem Burgenland in Berlin ansässig geworden ist. Nach “Ja, Panik” (2006), “The Taste And The Money” (2007) und “The Angst And The Money” (2009) veröffentlicht die Band Ja, Panik ihr inzwischen viertes Album. Und was für eins!

Noch mehr als auf den Vorgängern wird auf DMD KIU LIDT (=Die Manifestation Des Kapitalismus In Unserem Leben Ist Die Traurigkeit) die deutsche und englische Sprache als Wiener Melange so verbunden, dass Falco seinen Hut gezogen hätte.

Musikalisch ist der Band ein vielschichtiges, abwechslungsreiches Album gelungen, in dem sich geradlinige Songs mit vor sich hin rumpelnden Indie-Stücken abwechseln, mal sparsam instrumentiert, mal an der Grenze zum Element-Of-Crime-Haften vorbei schrammend, aber immer überraschend.

Der an Billy Bragg’s „Levi Stubbs’ Tears“ erinnernde Song „Nevermind“ steht als Säule im Mittelpunkt des Albums und erzählt von der Vereinsamung von Verlierer und Gewinner deren Namen beliebig sind:

„Für ihn steht nichts nach Veränderung, heute stehen die Zeichen auf Success. Er ist im Großen und Ganzen immer on the run, er fängt im Großen und Ganzen immer von vorne an“ heißt es dort, womit die inhaltliche Richtung des Albums beschrieben wäre.

Texte, von deren Mischung aus Traurigkeit, Ernst, Angst und Zitaten ganze Legionen von Weltschmerzkapellen nur träumen dürften. Und immer, wenn man geneigt ist, einen der Songs mit zu pfeifen, bleibt der Ton bei der nächsten Textzeile im Hals stecken.

Am Ende der 14- minütige Titelsong plus acht Minuten Stille. Ein dicker Schlussstrich – einer, den man auch am Ende eines Lebens setzten könnte. Das wahrscheinlich wichtigste, deutschsprachige Album des Jahres. Es gibt ein Leben nach Blumfeld.

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