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Anna Calvi – One Breath – Keine Schönheit ohne Gefahr

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Wer 2010 in Deutschland ein Grinderman Konzert besuchte, hatte in doppelter Hinsicht die richtige Wahl getroffen. Die schwülstige Altherren Riege um Nick Cave bot selbstverständlich eine keinesfalls schlechte Show, eindeutig länger erinnerte man sich aber an den Support. Und das war Anna Calvi, eine herausragende Gitarristin mit unglaublicher Dominanz auf der Bühne, ausgestattet mit einer unverwechselbaren Stimme die ansatzlos eine Gänsehaut produzierte.

Die studierte Musikerin (Hauptfach an der University of Southampton natürlich Gitarre) aus Twickenham stand zu diesem Zeitpunkt kurz vor der Veröffentlichung ihres ersten Albums auf Domino Records, an dessen Produktionsprozess Brian Eno als Mentor maßgeblich mitwirkte. Der raue morbide Charme, der sich meistens in unmittelbarer Nachbarschaft zum Chanson befindenden Songs  auf dem Debut wirkte hypnotisch, die tief persönlichen Lieder wandelten stets zwischen den Extremen, in denen mühevoll aufgebaute Schönheit plötzlich in unendliche Abgründe fällt.

Die Musikpresse bemühte sich redlich, einen Reflex bei neuen Künstlern folgend, Vergleiche zu mehr oder minder bedeutsamen weiblichen Größen des Musik-Business zu finden, doch alle Schubladen klemmten: Niemand klang bis dato wie Anna Calvi. Die Engländerin, die als musikalische Einflüsse u.a. David Bowie, Elvis Presley, Nina Simone und Edith Piaf nennt, hat sich das Gitarrespielen bereits im Kindesalter autodidaktisch angeeignet, während der Gesang erst später in einsamen Sessions, in denen sie sich in Ihren Zimmer einschloss, hinzukam.

Das neue Album „One Breath“ hält  musikalisch alle Ingredienzien des Vorgängers fest und geht trotzdem neue Wege. In Frankreich aufgenommen und den USA von John Congleton (produzierte u.a. Bill Calahan) gemixt, lässt Calvi die Arrangements an der langen Leine, lässt Abschweifungen von der Grundidee der Stücke zu. Textural öffnet sie sich dem Kampf gegen ihre Depressionen, schlüpft in andere Hüllen  und  beschreibt starke weibliche Persönlichkeiten ohne dabei in Feminismus Verdacht zu geraten.

Der Opener „Suddenly“ lässt wie schon die beiden anderen Pre-Releases  „Eliza“ und „Sing To Me“ eine Affinität zum Pop vermuten. Allerdings räumt der Rest des Albums mit derartigen Vermutungen recht zügig auf es gibt reichlich disharmonische Wendungen, dazu überfallartige Gitarrenriffs,  experimentelle Klangcollagen etwa zu Beginn von „Piece By Piece“. Die unterschwellige Bedrohlichkeit des Titelsongs mündet in orchestraler Auflösung und ein fetter Sonic Youth Bass unterstützt „Love Of My Life“. Immer dominant bleibt Anna Calvis Gitarrenspiel (an dem Jimi Hendrix seine Freude gehabt hätte, der ja auch zu ihren Vorbildern gehört, wie sie uns im Interview sagte), das vom weltentrückten Pathos ihrer Stimme, die immer zwischen fragil und Melodram wandelt, kongenial ergänzt wird. Anna Calvi beschreibt ihr Album mit den Worten: „One Breath is the moment before you’ve got to open yourself up, and it’s about how terrifying that is. It’s scary and it’s thrilling. It’s also full of hope, because whatever has to happen hasn’t happened yet. “

Es ist eine herausragende Platte, die mit konventionellen Hörgewohnheiten bricht und  klingt wie ein Vulkan, der kurz vor der Eruption steht.

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