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Ich muss hinter meinen Songs stehen, um mich vor der Welt zu schützen – Anna Calvi im Interview

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Letzte Woche hat Anna Calvi ihr zweites Album „One Breath“ veröffentlicht und geht demnächst auf Tour. Den Auftakt dafür bildete ihr Auftritt beim diesjährigen Reeperbahn Festival in Hamburg. Dort traf MusikBlog sie zum Interview im Hotel Monopol.

MusikBlog: Als wir dich das erste Mal als Support von Grinderman 2011 gehört haben, waren wir komplett beeindruckt. In anderen Musikmagazinen wurdest du jedoch nur mit anderen wie PJ Harvey oder sogar Siouxsie Sioux von Siouxsie And The Banshees verglichen, anstatt zu sagen, das ist etwas wirklich Neues. Hat dich das geärgert?

Anna Calvi: Ja, es hat mich hauptsächlich geärgert, weil ich nicht mit den Leuten verglichen wurde, von denen ich am meisten gelernt habe, was ein unzureichendes Musikverständnis unterstellt. Das hat mich am meisten geärgert. Ich verstehe schon, dass man als neuer Künstler mit anderen verglichen wird, das ist nun mal leider so.

MusikBlog: Von wem hast du denn am meisten gelernt?

Anna Calvi: David Bowie, bezüglich Gesang von Edith Piaf und Elvis Presley sowie was die Gitarre angeht von Jeff Buckley und Jimi Hendrix. Diese habe ich als Kind am meisten gehört…

MusikBlog: …auch Nick Cave?

Anna Calvi: Oh ja, natürlich auch Nick Cave. Von vielen Leuten, aber hauptsächlich wurde ich beeinflusst von David Bowie und als ich älter wurde, so ungefähr zu dem Zeitpunkt als ich angefangen habe zu singen, auch von Nick Cave.

MusikBlog: Was wir bisher von „One Breath“ gehört haben, klingt etwas poppiger und weniger roh als das Debütalbum. War das Absicht oder hat sich das so ergeben?

Anna Calvi: Viele Leute sagen verschiedene Sachen. Für mich waren die Melodien sehr wichtig und ein weiteres Spektrum auf dem Album. Außerdem war mir wichtig, dass die Gitarren einen emotionalen, wilden Höhepunkt der Songs bilden. Mir kam es nie in den Sinn, die Platte poppiger klingen zu lassen.

MusikBlog: Trotzdem, oft klingt das zweite Album klingt weniger roh als das Debüt, weil die Künstler den Druck verspüren, es mehr Leuten recht machen zu müssen. Hast du diesen Erwartungsdruck auch gespürt?

Anna Calvi: Nein, die einzigen Erwartungen, die ich erfüllen muss, sind meine eigenen. Ich muss hinter dem stehen, was ich tue. Das ist die einzige Möglichkeit, um mich vor der Welt zu schützen. Nur das musste ich tun, das, was ich wirklich mochte. Über alles andere hat man eh keine Kontrolle, was die einen mögen, hassen die anderen. Musik ist eine sehr subjektive Sache.

MusikBlog: In deinen Songs schlüpfst du oft andere Rollen, versuchst du damit, der Gegenwart oder dir selbst zu entfliehen?

Anna Calvi: Diese Platte hat mehr mit mir selbst zu tun als das Vorgängeralbum. Für mich ist es sehr wichtig, ehrlich in dem zu sein, was ich schreibe. Wenn ich auf der Bühne stehe, bin ich anders als im täglichen Leben, aber es ist trotzdem eine Seite von mir, die ich auf der Bühne auslebe. Ich versuche also eher, einer bestimmten Seite von mir zu entfliehen, anstatt mir selbst…

MusikBlog: …welcher Seite?

Anna Calvi: Wenn ich auf der Bühne stehe, dann kann ich wild, stark und mutig sein und muss nicht ruhig und reserviert sein wie wenn ich nicht auf der Bühne stehe. Im normalen Leben möchte ich einfach diese ruhige Person sein.

MusikBlog: Der Trailer zu „One Breath“ strotzt nur so von christlicher Symbolik. Bist du eine religiöse Person?

Anna Calvi: Ich fühle mich keiner Religion besonders zugehörig. Aber ich bin nach Mexiko gefahren bin, um den Trailer zu filmen und ich liebe die Ikonographie dort sehr. Es ist sehr schön und sie machen einen wirklich guten Job, für Gott zu werben, wenn man an das Christentum glauben möchte. Aber auch wenn ich nicht an die Kirchenstruktur glaube, so weiß ich die kirchliche Kunst sehr zu schätzen. Und mir ist natürlich bewusst, dass die Menschen nicht sehr viel über ihre eigene Herkunft wissen.Ich interessiere mich sehr für die mexikanische Kultur und kenne viele mexikanische Künstler. Ich mag die Art, wie sie mit dem Tod umgehen und ihn mit dem Tag des Todes feiern anstatt Angst vor ihm zu haben. Das ist auch etwas, was ich in meinem Album adressiere, die Idee, eine Stärke zu finden und glücklich zu sein, auch wenn du dich schwach fühlst. Ich schätze, das kann man auch als Ein Bedürfnis nach Spiritualität interpretieren. Aber ich bin nicht extra nach Mexiko geflogen, um Kirchenkreuze zu filmen, weil es eine besondere Bedeutung für das Album hat.

MusikBlog: Du hast Malen und Zeichnen für die Musik aufgegeben, bereust du diese Entscheidung manchmal?

Anna Calvi: Nein, es war definitiv die richtige Entscheidung, aber ich male und zeichne manchmal noch in meiner Freizeit. Aber es berührt mich nicht so stark wie das Musikmachen und deshalb weiß ich, dass ich mich richtig entschieden habe.

MusikBlog: Vielen Dank für das Interview.

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