Beck hat gestern seine neue Single „Ride Lonesome“ inklusive Musikvideo veröffentlicht.

Nach dieser elegant-melancholischen Überraschung ist klar: Beck ist zurück – und zwar in einer Form, die sowohl Nostalgie als auch Vorfreude weckt.

„Ride Lonesome“ klingt wie ein Brief aus der Vergangenheit, den man gerade erst öffnet. Produziert von Beck selbst und abgemischt von Nigel Godrich, dem langjährigen Vertrauten und Klangarchitekten, knüpft der Song nahtlos an jene traumwandlerische Ära an, die Becks Fans so sehr am Herzen liegt.

Das mit dem Grammy für das Album des Jahres ausgezeichnete „Morning Phase“ aus dem Jahr 2014, zudem MusikBlog damals im Review schrieb: „ein ruhiges Werk, mit weichen Texturen und warmem Gesang“, und dessen melancholischen Bruder „Sea Change“ von 2002.

Beide Alben gelten bis heute als Hochpunkte in Becks Diskografie, als Momente, in denen der Künstler seine verletzlichste und zugleich reifste Seite zeigte. Genau diese Qualität scheint nun zurückzukehren.

Die Verbindung zu der Vergangenheit ist auch personell spürbar: Mehrere Musiker*innen aus den Aufnahmesessions jener Alben stehen Beck auch auf „Ride Lonesome“ wieder zur Seite.

Von den warmen Akustikgitarren des Intros bis zu den emotional aufgeladenen Momenten des letzten Refrains entfaltet sich ein Klangteppich, der gleichzeitig vertraut und neu wirkt.

Wer nach dem – laut MusikBlog-Review – „elektronischen und beat-gesteuerten Synthpop“ von seinem letzten Album „Hyperspace“ (2019) eine Fortsetzung in diese Richtung erwartet hatte, wird überrascht sein – aber wohl angenehm überrascht.

Denn „Ride Lonesome“ deutet auf eine andere, intimere Richtung hin, die Beck im kommenden Jahr weiter erkunden wird.

Passend zum Song gibt es ein Musikvideo, das die Stimmung der Ballade kongenial einfängt. Unter der Regie von Mikai Karl und Beck selbst wirkt es wie ein vergessener Western: in warmes Sepia getaucht, mit weiten Prärien, dem Flackern von Autobahnlichtern in der Ferne und einem einsamen Zug auf den Gleisen.

Beck gleitet durch all diese Kulissen – mal zu Fuß, mal per Anhalter –, als wäre er eine Figur aus einem Cormac-McCarthy-Roman. Highway-Romantik und meditative Einsamkeit pur.

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