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Arcade Fire – Reflektor – Ist dies Ihr Magnum Opus?

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Arcade Fire, die Hype-Band schlechthin der letzten Jahre. Alle lieben die Truppe aus Kanada, David Bowie, der Meister selbst, hat die Band ja fast schon für heilig erklärt.

Jede Platte, jeder Song – irgendwie alles was die Band raus bringt, wird von der Presse in den Himmel gelobt. Ihr letztes Album „The Suburbs“ wurde ja fast schon als Jahrhundertwerk gepriesen.

Jetzt mit „Reflektor“ sollen sie zum  absoluten Meisterwerk bereit sein. Viel wurde schon im Vorfeld über das Album geredet, ehe überhaupt ein Song zu hören war. Es wurde schon gelobt, gefeiert ja fast schon als das Album, das die Musik retten wird, gekrönt. Typisch eben für eine Band, die in den letzten zehn Jahren so gehypt wurde wie keine andere.

Nun ist „Reflektor“ also raus und es macht sich erstmal Ernüchterung breit, nix ist mit Meisterwerk. Schon die erste Single „Reflektor“ hinterlässt einen etwas faden Beigeschmack. Arcade Fire wollen zuviel auf einmal, der Song ist eindeutig zu lang, alle möglichen Stile und Instrumente werden verarbeitet. Auch David Bowies Präsenz ändert nichts daran, dass hier etwas gewaltig schief läuft.

Das neue Arcade Fire Album ist textlich und kompositorisch an der Grenze zum Tohuwabohu. Es fühlt sich unfertig und gezwungen an, es geht um Themen der Dualität, durch regelmäßiges Eintauchen in müde Metaphern. Kontraste zwischen hell und dunkel, Tag und Nacht und so weiter, vollgestopft mit schwierigen Ausflügen in elementare Wortspiele. Einfach zu gezwungen, fast schon zu künstlich und komplex, um mit normalem Menschenverstand da noch folgen zu können.

Aber die Lyrics sind nicht der einzige Schwachpunkt an diesem vierten Studio-Album. Lieder wie „Here Come The Night Time“ und „It’s Never Over (Oh Orpheus)“ verlieren sich selbst für Arcade Fire Verhältnisse in konfuser und viel zu langer Instrumentierung. Beat und Bass ziehen sich fast vollständig und gleichbleibend durch das ganze Album: Mal als Unterbau eines klassischen Rock-Songs wie „Normal Person“, mal als „Billie-Jean“-Echo in „We Exist“. Man vermisst einfach das Bodenständige und den geradlinigen Sound von „The Suburbs“. Anderseits muss man auch mal klarstellen, dass es sich hier um ein Doppelalbum handelt. Unzählige Künstler sind daran gescheitert, weil es einfach schwierig ist, über eine längere Spielzeit nicht den Faden zu verlieren.

Natürlich wird dieses Album jetzt wieder in den Himmel gelobt, nur um in ein paar Jahren – wenn der Nachfolger fertig sein wird – als überbewertet angesehen zu werden. Was übrig bleibt ist eine großartige Band mit einem gescheiterten Projekt, aber vielleicht wird dies ja auch eine Lehre für Arcade Fire sein. Es kann ihnen sogar helfen, wieder vom hohen Ross herunter zu kommen und den Mythos der Über-Band einzudämmen. Vielleicht lautet die Devise beim nächsten Mal – weniger ist mehr – denn lieb haben wir sie allemal, alleine schon wegen der letzten drei fantastischen Alben.

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