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Funeral For A Friend – Live im Feierwerk, München

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Freitagabend im Münchner Feierwerk/Hansa 39: Ein Segelschiff aus Wales ist am Horizont zu erblicken, denn die aus Bridgend stammenden Funeral For A Friend statten München ihren Besuch ab.

Nach ordentlichem Anheizen durch die Vorbands The Tidal Sleep und Gnarwolves betreten Funeral For A Friend gegen 21:30 Uhr bescheiden und ohne große Einlaufmusik die Bühne. Das Hansa 39 ist mittlerweile gut gefüllt und schon durch die Vorbands in außerordentlicher Pogostimmung.

„This is the very first song we’ve ever wrote”, ist die Ansage von Sänger Matthew Davies-Kreye und dann starten Funeral For A Friend mit ihrem Klassiker “10:45 Amsterdam Conversations”.

Nachdem die Waliser seit ihrer Bandgründung 2001 mit ihrer Mischung aus Emo-Rock und Post-Hardcore einen rasanten Aufstieg mit zwei goldzertifizierten Alben hingelegt hatten, waren Funeral For A Friend 2007 ganz oben angekommen: das Album „Tales Don’t Tell Themselves“ stieg auf Platz 3 der UK-Charts ein und die Band galt lange als die neue große Hoffnung der britischen Musikszene. Dann folgte jedoch der Absturz, denn der immer poppiger werdende Alternative-Sound des Fünfers holte keinen mehr hinter dem Ofen hervor. Mit „Welcome Home Armageddon“ und dem diesjährigen Album „Conduit“ folgte dann allerdings die Kehrtwende. Die Band kehrte zu ihren Hardcore-Wurzeln zurück und wandte sich gegen das weit verbreitete Bandschema des ‚reifer‘ und damit immer poppiger Werdens.

Die Energie der beiden letzten Alben scheint auch auf der Bühne durch, vor allem bei den älteren Songs wie „The Art Of American Football“ und „Red Is The New Black“.  „Juneau“ vom Erfolgsalbum „Casually Dressed And Deep In Conversation“ des Jahres 2003 verdeutlicht, wie belebend ein Mitgliederwechsel in einer Band sein kann. Nachdem Drummer Ryan Richards letztes Jahr den Ausstieg aus der Band bekanntgab, entfachte Neuzugang Pat Lundy ein wahres Feuer an den Drumkits, überdeutlich zu hören auf „Conduit“. Die aggressiveren Drumbeats mit Doublebass verwandeln „Juneau“ plötzlich in eine keifende Bestie und hieven den Song so auf eine ganz neue Ebene. Der optisch stark an das Drumgenie Travis Barker von Blink 182 erinnernde Pat Lundy kann es nicht nur optisch mit dessen Können aufnehmen.

Trotz seiner melancholischen, oft auch depressiven Texte, kommt Sänger Matthew Davies-Kreye erstaunlich lebensfroh und witzig rüber, als er mit Baseballcap und kurzer Hose auf der Bühne zu seinen Songs tanzt. Sogar zu einigen Deutschkenntnissen hat es der Waliser gebracht: „Spätzle ist mein lieblingsdeutsches Essen!“ Doch der Sänger formuliert auch nachdenklichere Ansätze in Form von Sozialkritik an sein Publikum. In Zeiten in denen die Gehaltsschere immer weiter auseinandergeht, sei es an den jungen Leuten, sich für Veränderungen einzusetzen: „You can make a change!“ Mit „All The Rage“ lässt die Band dann auch einen der wütendsten Post-Hardcore-Songs ihres Repertoires auf die Menge los und sorgt so für einen kreisenden Moshpit.

Für Funeral For A Friend ist es die erste Europatour als Headliner seit längerer Zeit. Zuletzt war die Band als Support von Silverstein in München und deshalb ein wenig aufgeregt gewesen, wie viele Leute überhaupt zur Headlinerhow kommen würden. Matthew Davies-Kreye hat dabei durchaus  Gefallen an München gefunden. „Munich is one of my favourite cities on this tour – it’s fucking expensive but it’s fucking pretty and you have so many great pretzels here.”

So rocken sich Funeral For A Friend durch ihre Bandgeschichte. Lediglich die Zugabe „History“ fällt aus – vielleicht auf Grund der fortgeschrittenen Zeit, denn nach 18 gespielten Songs ist es bereits Punkt 23 Uhr. Was der Band weiterhin fehlt, ist ein echter Hit abseits von den alten Liedern wie „Juneau“ und „Bullet Theory“. Vielleicht klappt’s ja beim nächsten Album, wenn Funeral for A Friend ihre eigene Geschichte weiter schreiben.

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