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Nick Cave And The Bad Seeds – Live im Zenith, München

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Nach ihrem überraschend guten, neuen Album „Push The Sky Away“ im Frühjahr diesen Jahres sind Nick Cave und seine Bad Seeds auf Tour in Europa. Gestern spielten sie im Zenith in München.

Selten hat man das riesengroße Zenith ausverkauft und so voll gesehen und selten waren wir bei einem Konzert von Nick Cave so weit von der Bühne weg. Um etwas mehr Beinfreiheit zu haben, rufen wir also laut in die Menge „Alle über 50 – raus“. Tatsächlich wird es nun spürbar leerer.

Der Support Shilpa Ray & Her Happy Hookers wirkt mit ihrem Singer/Songwriter Auftritt in diesem Rahmen deplaziert. Das hätte vielleicht funktioniert, als Nick Cave noch im familiären Rahmen, wie z.B. im Berliner Tempodrom gespielt hatte. Aber diese Zeiten scheinen inzwischen Lichtjahre weit weg, Nick Cave ist längst beim Stadion-Rock angekommen. Dem Auditorium ist die Vorband auch völlig schnuppe.

Nick Cave And The Bad Seeds warten wie üblich, bis sie die ersten Rufe und Pfiffe auf die Bühne bitten, dann kommen die grauen Eminenzen endlich und beginnen mit dem geisterhaften „We No Who U R“, dem ersten Song des aktuellen Albums. Es folgt das, im Original klanglich wenig variierende, Stück „Jubilee Street“. Dieses entwickelt sich in der Live-Darbeitung jedoch durch die Zunahme an Geschwindigkeit und Lautstärke zu einer wahren Soundwand und die Herren zeigen hier gleich, wo es an diesem Abend musikalisch lang gehen wird.

Mit hämmerndem Bass kündigt sich das nächste Stück an, mit „Tupelo“ gleich ein Klassiker von dem 1985er Album „The Firstborn Is Dead“. Bereits hier zeigt sich bei genauem Hinhören das improvisatorische Talent der Bad Seeds, auch wenn nicht jeder Ton die dafür ursprünglich vorgesehene Stelle trifft. Anschließend beginnt die Menge beim aus Funk und Fernsehen bekannten „Red Right Hand“ sich wieder zu verdichten. Uns wird es zu eng und wir rufen laut in die Massen „Alle ‚Wir-machen-nach-Büroschluss-noch-was-zusammen‘ Gemeinschaften – raus“ und haben wieder etwas mehr Platz.

Das Konzert nimmt mit dem „Weeping Song“ von der 1990er Platte „The Good Son“ seinen Lauf und weckt melancholische Erinnerungen an die Zeit, als Blixa Bargeld noch als Gitarrist bei den Bad Seeds dabei war. Ohne den ehemaligen Duettpartner von Nick Cave ist dieser Titel einfach nur halb so gut.

Zur Höchstform läuft Nick Cave dann beim Kultsong „From Her To Eternity“ vom gleichnamigen Album aus dem Jahre 1984 auf und hier trennt sich nun im Publikum die Spreu vom Weizen: Mitsingen können jetzt nur noch wenige. Zeit für uns, wieder etwas Platz zu schaffen und in die Meute zu rufen „Alle, die Nick Cave erst seit seinem Duett mit Kylie Minogue kennen – raus“. Nun ist es schon deutlich leerer und wir stehen nur noch in einer kleinen Gruppe vor der Bühne.

Beim nächsten Song „West Country Girl“ spricht Nick Cave zum ersten Mal mit dem Publikum und erläutert ausführlich zu dem Stück: „It’s about a girl and the west country“. Jetzt wissen wir es endlich! Bei den folgenden Stücken haben die Bad Seeds etwas Pause und der Bandleader performt am Klavier „Into My Arms“ von der ’97er „Boatman’s Call“ und „God Is In The House“ von der folgenden „No More Shall We Part“ aus dem Jahr 2001.

Das Konzert steuert auf seinen Höhepunkt zu. Der, sich mittlerweile seines Sakkos entledigte, Nick Cave gerät bei „Mercy Seat“ völlig aus dem Häuschen und zeigt in seiner Tanzdarbietung, dass er der agilere Mick Jagger ist. Seine Posen und Gesten bewegen sich zwischen einem Wanderprediger und einem Schamanen, kongenial unterstützt vom Underground Paganini Warren Ellis, dem man nur wünschen kann, dass sich sein Bart niemals in den Saiten seines teuflischen Instrumentes verfängt.

Den Rest des Auftrittes bestimmt ein Feuerwerk an Hits vergangener Epochen mit Songs wie „Stagger Lee“ und „Do You Love Me“ sowie dem in der einzigen Zugabe gespielten und noch nie bei einem Konzert ausgelassenen „Deanna“.

Das Konzert ist zu Ende. Wir rufen laut „Alle über 40 – raus“ und verlassen das Stadion.

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