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Town Of Saints – Something To Fight With

Town Of Saints – Something To Fight WithEine Finnin und ein Niederländer sind die Protagonisten der Folk-Pop-Formation Town Of Saints.  Die  beiden sind nicht nur ein musikalisches sondern auch ein Liebespaar. Sie wohnen und arbeiten zusammen und sind sich der Gefahr, dass dies zu Spannungen führen kann, durchaus bewusst.

Für ihr Debütalbum „Something To Fight With“, das jene Konflikte bereits im Titel anzudeuten scheint, haben sie zweifellos die positiven Aspekte hervorgekehrt. Die gemeinsame Liebe zur Musik kittet das Paar zusammen und schwingt bei den vorliegenden elf Titeln immer mit. Bei einem Songwriter-Workshop lernten sich die beiden kennen und sie verdingten sich zunächst als Straßenmusiker. Mittlerweile spielen sie auf so angesagten Festivals wie Eurosonic, Reeperbahnfestival und die Melodica Festivals in Groningen und Köln.

Nach zwei EPs, die sie in Eigenregie veröffentlichten, liegt nun das Debüt über die volle Länge vor. Dieses lebt einerseits vom gemischt geschlechtlichen Wechsel- und Duettgesang, andererseits von der Verknüpfung von Tradition und Moderne. Dabei spannt Heta Salkolahti ihren Geigenbogen von Dave Swarbrick (Fairport Convention) bis zu Sara Neufeld (Arcade Fire), dementsprechend spielt sie sowohl die gefühlvollen als auch die  schwungvoll-energetischen Harmonien, wobei letztere überwiegen. Harmen Ridderbos greift zupackend in die Gitarrensaiten und Schlagzeuger Sietse Ros trommelt, was das Zeug hält. Insofern kann, dem Albumtitel entsprechend, durchaus von einem Kampf gesprochen werden, wobei dieser auf der Tanzfläche stattfindet.

Tanzbar sind die elf Titel allemal, ganz im Sinne von modernem Folk-Rock a la Arcade Fire oder im Indie-Pop-Outfit der Local Natives. Somit treffen donnernde und mächtige Rhythmen auf rockende Stromgitarren und die oftmals wie ein Derwisch schwingende Violine. Wie entfesselt spielt das Trio hier auf mit Hoffnung und Optimismus im Gepäck, jedoch auch mit der ein oder anderen melancholisch-verzweifelten Note . So wie z.B. auf „Directions“, das mit fiebrigen Zwischentönen daherkommt, um sich gegen Ende empor zu schwingen, die  Verzweiflung überwindend und in derb-schöne Klänge transformierend.

Der besondere Verdienst von Town Of Saints: Aus wenigen und simplen Mitteln möglichst viel herauszuholen. Dabei kreieren sie Melodien, die aus Rhythmus und Leidenschaft gezimmert werden, die auch mal an The Waterboys oder The Sweet Serenades erinnern. Ihrem Folk, Pop und Rock ist zwingend das Wort Indie voranzustellen, denn von jenem Charme wird „Something To Fight With“ wiederholt heimgesucht. In dieser Stadt der Heiligen regiert Euphorie, Sehnsucht und die Liebe zur Musik!

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