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Maximo Park – Too Much Information

Maximo Park (Credit Steve Gullick)Maximo Park ist eine Band, die sich von Album zu Album weiterentwickelt – und damit kein leichtes Los gezogen hat. Ihre erste Platte “A Certain Trigger” erschien 2005 und wurde mit Lob überschüttet. Doch anstatt sich zurückzulehnen mit dem Wissen, die Kritiker schon für sich gewonnen zu haben, experimentieren die fünf Jungs aus Newcastle weiter herum. Sie machen kein zweites Album, das so klingt wie ihr Debüt. Aber sie bleiben sich treu, auch wenn sie neue Wege gehen.

Too Much Information

Das wird auf der neuen Platte “Too Much Information” deutlich, die heute erscheint. Der erste Song “Give, Get, Take” holt die Fans von Maximo Park da ab, wo die Band sie mit ihrem letzten Album “The National Health”, das 2012 veröffentlicht wurde, zurückgelassen hat. Doch dann schlagen die Songs inhaltlich und musikalisch eine neue, noch unbekannte Richtung ein. Ging es auf dem Vorgängeralbum “The National Health” vor allem um politische Themen, ist “Too Much Information” eine Abbildung des Lebens, der menschlichen Gefühls- und Gedankenwelt. Der Rausch und die Sprunghaftigkeit der Songs erinnern daran, wie zerbrechlich und flüchtig das menschliche Leben ist, wie schnell Momente verfliegen können.

Die 18 Songs auf dem neuen Album sind lebendig, farbenfroh und erzählen Geschichten. Zum Beispiel über die afro-amerikanische, feministische Dichterin Audre Lorde  (“Her Name Was Audre”) oder über einen hektischen Fiebertraum (“I Recognise The Light”), inspiriert von dem chilenischen Autor Roberto Bolano. Die literarischen Verweise sind darauf zurückzuführen, dass Paul Smith, der Sänger von Maximo Park, ein großer Literaturliebhaber ist.

Faible für Lateinamerika

Es ist kein Zufall, dass der Song “I Recognise The Light” von einem Schriftsteller aus Chile beeinflusst wurde. Der Singer/Songwriter Paul Smith ist nämlich nicht nur literaturbegeistert, sondern auch ein Fan der chilenischen Geschichte. Ihn faszinieren die Spionage, das plötzliche Verschwinden von Menschen, eine Welt voller mysteriöser Geheimnisse. Nicht nur Chile inspiriert die Band, sondern auch Kuba. Der Name Maximo Park stammt nämlich von der Bezeichnung Máximo Gómez Park ab. Das ist ein Platz in Florida, an dem sich die im amerikanischen Exil lebenden Kubaner treffen. Er ist benannt nach Máximo Gómez, einem kubanischen General, der im Unabhängigkeitskrieg gegen die Spanier gekämpft hat.

Zu Maximo Park aus dem britischen Newcastle gehört natürlich nicht nur der Sänger Paul Smith. Weitere Bandmitglieder sind der Gitarrist Duncan Lloyd, der Bassist Archie Tiku, der Keyboarder Lukas Wooller und der Schlagzeuger Tom English. Am Anfang hatte die Band nur vier Mitglieder, nämlich Duncan Lloyd, Archie Tiku, Lukas Wooller und Tom English. In der Zeit spielte Maximo Park einen von Instrumenten dominierten Avant-Rock. Paul Smith stieß erst später dazu – und ziemlich zufällig. Die Freundin des Schlagzeugers Tom English entdeckte Paul Smith in einer Bar während einer Karaoke-Nacht, als er den Song “Superstitious” von Stevie Wonder sang.

Das ist lange her und mittlerweile ist die Stimme von Smith fester Bestandteil von Maximo Park und nicht mehr wegzudenken. Genauso ist es auch auf “Too Much Information”.

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