Judith Holofernes – Ein leichtes Schwert – Eine Heldin auf Solo-Pfaden

Judith Holofernes - Ein leichtes SchwertWir sind Helden sind schon seit längerer Zeit auf Eis gelegt. Die Band prägte mit ihren eingängigen Melodien und klugen Texten ein ganzes Genre. Sängerin Judith Holofernes veröffentlicht nun ihr erstes Solo-Album und erinnert einen daran, welche Signifikanz ihre Hauptband in der deutschen Musikszene inne hatte.

Sehr schrammelig ist die liebenswerte Platte geworden, so als haben sich ein paar Freunde zum Musizieren getroffen, das Band mitlaufen lassen und fertig. Die Freunde sind Jörg Holdinghausen (von Tele und Per Anders) am Bass und Holofernes Ehemann Pola Roy am Schlagzeug.

Im Sommer 2013 begann sie mit den Arbeiten zu “Ein leichtes Schwert”. Schon die erste Single “Nichtsnutz” macht deutlich, dass Judith Holofernes nichts von ihrem schlagfertigen Wortschatz verloren hat. “Ich mach heut’ nichts” bringt die Ereignisse der letzten Jahre auch genau auf den Punkt. Aber es ist nicht nur schwere lyrische Kost auf ihrem Werk vertreten. Mit “Pechmarie” enthält das Album immerhin eine nette, leicht verdauliche Pop-Nummer. “Danke, ich hab schon” ist das Highlight des Albums. Judith Holofernes präsentiert hier den passenden Anti-Song schlechthin. Alles handelt von der heutigen Besessenheit der Menschheit, immer wieder neue Trends nachzuahmen und der schon fast obsessive Drang nach Aufmerksamkeit.

Hinter der immer dominanten Stimme Holofernes finden sich manche Variationen des Themas Poprock, seien es bluesige Anwandlungen, Countrieskes oder eher Waviges. Am Ende aber ist es doch eben vor allem rockiger Pop. Auch wenn die Helden momentan inaktiv sind, haben wir hier eine Heldin, die uns mit vorzüglicher Pop-Musik verwöhnt. Wer Wir sind Helden dennoch vermisst, kann die Zeit bis dahin mit “Ein leichtes Schwert” gut überbrücken. Oder man greift etwas wehmütig ins Plattenregal und zieht ein altes Helden-Album hervor. Jedenfalls ist es eine Wohlfühlplatte für jede Lebenssituation geworden.

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