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OK KID – Sensation

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Auf Zwei folgt Drei. Im Fall der Hip-Hop-Community OK Kid wird für die dritte Ausgabe sogar „Sensation“-elles angekündigt. War auf deren letzten Album dem Pop bereits Tür und Tor geöffnet, sind sie mit dem neuen Album gewillt, vollends darin aufzugehen.

Sich vom Ur-Genre zu entfernen, scheint allerdings wenig dramatisch. Für Corner-Kids waren die Wahl-Kölner ohnehin nie geeignetes Sprachrohr. Verglichen mit dem Cloud-Rap, der mit Inhalten aus dem Poser-Paradies aus deren Bluetooth-Lautsprechern blubbert, waren OK KID sprachlich schon länger auf einem anderen Level unterwegs.

Aus dem Opener „Lügenhits“ lässt sich das allerdings nicht herleiten, die Slogansammlung aus dem jüngeren deutschen Liedgut wirkt an dieser Stelle instrumentalisiert, der Bezug auf Kulturgut Helene macht hingegen Sinn.

Denn schmal ist der Grat zwischen Schlager und Pop, OK Kid kommen auf „Sensation“ dem nah, woran sich Vanessa Mai zuletzt mit dem Rapper Olexesh versuchte, nämlich eine Verbindung von schmissigen Rhythmen mit Sprechgesang zu finden.

Das kalkulierte Blankziehen vom Schlagersternchen aus Propagandazwecken via Instagram ist darüber hinaus genau das, was „Sensation“ thematisieren will: inflationäres Auferksamkeitsgegeifer, mit denen die Medienlandschaft unserer Zeit jeden umgefallenen Sack Reis zum Ereignis erklärt.

Dabei klingt die neue Platte des Trios weniger radikal, als es ihre Entstehungsgeschichte vermuten lässt. Denn die Band kippte alles Gewohnte über Bord, war von sich selbst gelangweilt, verwarf neue Stücke, verpflichtete mit Tim Tautorat einen neuen Produzenten und formulierte in der abgelegenen Ländlichkeit Brandenburgs, abgeschnitten von Netz und Externa, ihr künftiges Material aus.

Mit Erfolg, die schillernden Synthies von Moritz Rech salutieren den Achtzigern, energisch treiben Raffael Kühles Drums die Melodien an und der singende Jonas Schubert hat das „Sprech“ aus dem „Gesang“ weitestgehend entfernt.

Nach der starken Vorab-Single „Warten Auf Den Starken Mann“ machen die Ehrlichkeit von „Hinterher“, der Mittelfinger für die Gentrifizierungsindustrie von „Ich Und Die Planierraupe“ oder das Selbstreflektierende von „Wut Lass Nach“ das Album zu einem Konglomerat aus tanzbarer Gesellschaftskritik in homöopathischen Dosen und werden auf der folgenden großen Tour verdientermaßen für volle Hütten sorgen.

Alles in allem: OK Kid, weiter machen.

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