Neil Finn – Dizzy Heights – Der Mann aus Down-Under Solo

Neil Finn - Dizzy HeightsNeil Finn macht Pop-Musik und gute noch dazu. Er kann nicht anders, es ist einfach zu tief in ihm verwurzelt. Mit seiner Hauptband Crowded House schrieb er wohl einiger der schönsten Pop-Melodien der Musikgeschichte. Diese lösten sich dann auf und seine zwei ersten Solo-Alben waren noch sehr nahe am Crowded House-Sound. Dann kamen noch das Album mit seinem Bruder Tim Finn, der ja auch Geschichte dazu mit Split Enz schrieb und manchmal bei Crowded House mit von der Partie war.

Aber Neil Finn wagt es auch mal, ein wenig zu experimentieren und dies macht er nun auf seinem dritten Solo-Album “Dizzy Heights”. Hier wird einem Electronica aufgetischt sowie Blues und Soul. Neil Finn will sich mit “Dizzy Heights ” von allem lösen, was ihn berühmt gemacht hat und so kann man das Werk wohl als Selbstversuch betrachten.

Das ganze wird produziert von Dave Fridman, der schon für The Flaming Lips und Mercury Rev gearbeitet hat. Diese Bands sind ja bekannt dafür, schräge und melodiöse Elemente zu kombinieren. Auf “Dizzy Heights” kann man den Einfluss von Fridman deutlich heraushören, zum Beispiel in dem verwirrend schönen “Divebomber”. Hier werden Synthie-Sounds mit Streichern vermischt, ehe Neil Finn in einem sehr gewöhnungsbedürftigen Falsett daherkommt.

Es wirkt fast so, als würde sich hier ein Musiker wie auf einer großen Spielwiese austoben. Bei “Impressions” geht es für Finn-Verhältnisse recht bluesig zu und sein fast flüsternde bis schleppende Gesang erinnert einer eher an Tom Waits, als an den Crowded House Sänger, der mal “Don’t dream it’s over” daherschmetterte. Auch vor Singer-Songwriter Momenten schreckt er nicht zurück, was dem Ganzen dann wieder einen ziemlichen amerikanischen Touch gibt.

Jeder, der das neue Werk von Neil Finn blind kauft und glaubt, wieder mit schönen Pop-Melodien verwöhnt zu werden, wird diesmal vielleicht enttäuscht sein. Aber wenn man offen ist und keine Scheu davor hat, Neil Finn auch mal musikalisch in einem anderen Gewand zu erleben, der wird ganz sicher begeistert sein.

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