Der Niederländer Johannes Sigmond ist Blaudzun, der sich nach dem dänischen Radrennfahrer Verner Blaudzun benannte. Hierzulande waren seine drei bislang veröffentlichten Alben lediglich als Import zu erstehen. Dennoch wurde er über Festivalauftritte wie Eurosonic, Lowlands, Pinkpop, Orange Blossom Special, Rolling Stone Weekender und dem Reeperbahn Festival wahrgenommen. Das einschlägige Konzertpublikum war begeistert und die Vergleiche reichten von Arcade Fire bis zu Antony & The Johnsons und Ryan Adams.
Blaudzun veröffentlichte sein Debütalbum 2008, dem 2010 „Seadrift Soundmachine“ folgte. Mit „Heavy Flowers“ gelang ihm in seiner Heimat 2012 der Durchbruch und er ist damit seit 70 Wochen in den inländischen Charts. Zudem wurde das Album in den Niederlanden mit den höchsten holländischen Preisen bedacht. Über jene Landesgrenzen hinaus dürfte er nun für Furore sorgen, denn das renommierte Label Glitterhouse veröffentlicht sein viertes Werk, das den Titel „Promises Of No Man’s Land“ trägt. Hierfür hat er bis zu neun Musiker um sich geschart, um auf den elf Titeln seine Klangvisionen zu verwirklichen.
Mit einer schier unglaublichen Dynamik, die in eine vielschichtige Dramaturgie übersetzt wird, legt Blaudzun sein bisher komplexestes und bestes Album vor. Elf Songs lang hält er den Hörer nicht nur bei der Stange, sondern ist im Stande ihn zu fesseln und zu berühren. Bereits zum Auftakt wird er dem Titel „Euphoria“ gerecht, entfacht mit seiner hohen, vor Ausdruckskraft strotzenden Stimme und einer brodelnden und spannungsreichen Klangklaviatur jene euphorische Grundstimmung, die mit dem nachfolgenden Titelsong neue Dimensionen erreicht. Jene Versprechen des Niemandslandes werden aus Klangmauern errichtet, die Euphorie, Anklage und Melancholie in eine atemberaubende rhythmisch-melodische Grandezza verwandeln. Als hätten Arcade Fire, Phil Spector und Antony Hegarty eine prachtvolle Symphonie ersonnen, so klingen auch „Too Many Hopes For July“ und „Hollow People“.
Das Tremolieren und Vibrieren seiner Stimmbänder lässt die Silben tanzen auf jener Klang- und Klagemauer, die das „Wasteland“ in blühende Soundlandschaften transformiert. Majestätische und mächtige Blüten der Trauer und der Leidenschaft, die mit Selbstverständlichkeit von der Hoffnung und vom Optimismus an die Hand genommen werden. Eintauchen in die „Streets Of Babylon“, die unweigerlich zum übermächtig strotzenden „Halcyon“ führen. Aufgewühlt, manchmal gar beunruhigt lauschen wir gebannt dieser Symphonie der Klangmacht, die uns letztlich über den „Ocean Floor (From All The Stars)“ zum poetisch-versöhnlichen Finale namens „Wingbeat“ geleitet. Beinahe erschlagen, dennoch zu tiefst berührt bleiben wir staunend, entzückt und entrückt zurück. Ein Orgasmus in Noten!
