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Bring The Mourning On – Northern Ghost

Bring The Mourning On – Northern Ghost

Bereits zum vierten Mal beglückt uns die schwedische Band Bring The Mourning On mit einem Album, das den Titel  “Northern Ghost” trägt. Nachdem sie beim Vorgänger „Ukiah“ noch mit Besetzungsproblemen zu kämpfen hatten, wurden diese in der Folgezeit ad acta gelegt. Der Geist des Nordens oder die skandinavische Melancholie ist auch auf ihrem neuen Longplayer mit von der Partie. Sänger und Gitarrist Henning Petersson erklärt: „Es gibt einige Hintergrundgeräusche, wenn Du wirklich genau zuhörst. Es hat auch mit dem eigenen persönlichen Geist zu tun, in diesem Fall mit der Angst vor vielen Dingen. Der Geist könnte auch mangelndes Selbstvertrauen sein.“

Schwermütige, an Slowcore angelehnte Klänge sind es auch, die Bring The Mourning On zum Besten geben. Jason Molina (Songs: Ohia, Magnolia Electric Co.) und die Neil Young Alben „Tonight’s The Night“ sowie „On The Beach“ sind Referenzen, ebenso die Labelkollegen Grant Creon und die Landsleute von Holmes. Dennoch unterscheiden sie sich von jenen, vor allem der bezaubernde und eindringliche Duett- und Wechselgesang von Petersson und Erika Schröder ist ein unterscheidendes Merkmal. Auch das Akkordeon bringt ein besänftigendes, beinahe dem Shanty angelehntes Element in die zuweilen schleppend-brütenden Songs. Manchmal ist es auch ein Piano wie z.B. auf „Trust Me“, das für lichte Klangmomente sorgt.

Zudem schwingen sich einige Songs wiederholt zu einer poetischen Erhabenheit auf, die einen in Traumlandschaften entführt, aber die Alpträume und Gespenster der Dunkelheit bleibenimmer in Reichweite. Selbst das unscheinbare Haus als Covermotiv wird von hellroten Blutwolken umflort und hat etwas Gespenstisches, quasi einen Roman-Polanski-Touch. Und die verblichenen alten Fotos zeugen von Sehnsucht und von Geistern der Vergangenheit, die im Selbst widerhallen und somit in diesen neun Titeln, die sie trefflich „Cut“, „Nicotine“, „Fading Trail“ oder „Longway Gone“ nennen.

Der nordische Geist und jene skandinavische Traurigkeit tropfen hier wie Kerzenwachs, perlen wie Tränen oder schneiden Wunden in die Seele, die dann notdürftig gepflastert werden mit Nikotin, Alkohol oder diesen schleppend-schwermütigen Klängen, die aber auch Trost spenden und Katharsis verheißen. Scandicana Noir vom Allerfeinsten!

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