Generic selectors
Exact matches only
Search in title
Search in content
Search in posts
Search in pages
Feathered Arms (Credit Stargazer Records)

Feathered Arms – Feathered Arms

Mit dem Motto „Don’t be quiet, start a riot!“ gehen die Feathered Arms aus Schweden an den Start. Neben dem Brüderpaar Emil (Gitarre) und Mikael Persson (Drums) sind Tobias Aström (Bass) und Katja Nielsen (Gesang, Synthesizer) für den rauen Charakter ihres selbstbetitelten Debütalbums verantwortlich. Da wird nicht lange gefackelt, die scheinen ins Studio gegangen zu sein mit der Haltung: Instrumente einstöpseln, ein Mal durchatmen und ab geht die Post. Tja und als Post-Punk geht die Scheibe auch durch, verzichtet dabei aber auf eine allzu kunstfertige oder intellektuelle Herangehensweise und geht vom ersten Ton an nach vorne.

Dabei geht es hier um Energie in ihrer rohsten Form, der Punk bestimmt die Post und die Melodien müssen schon eigenhändig vom Hörer ausgegraben werden. Der Lärm hinterlässt Dreck an den abgekauten Fingernägeln und an jener Melodik haften immer noch stählerne Nägel, bequem machen ist woanders. Der Bass dröhnt nicht nur in der Magengrube, er berstet unter der Schädeldecke, wo auch die monoton-harten Schläge des Drummers hämmern. Die E-Gitarre steht unter Starkstrom, malmt von den Eingeweiden bis an die Synapsen und Katja Nielsens Stimme ist alles andere als besänftigend. Eindimensional und gelangweilt entlässt sie ihre Texte wie einen harten kalten Wasserstrahl und trifft dennoch jenes Zentrum, in dem das waidwunde Tier leidend die Zähne bleckt. Dabei versteht es die ehemalige Psychiatrie-Krankenschwester die Hörer an den Hörnern zu packen oder mit ihren Synthesizern in die Haut zu ritzen.

Wer sich vorstellen kann, dass die Wipers und The Fall mit Kathleen Hanna (Bikini Kill) russisches Roulette spielen, ist auf der richtigen Fährte. Die Feathered Arms schärfen den Blick für die menschlichen Abgründe, verrichten ihr Tag- und Nachtwerk mit kompromisslosen Dröhn-Orgien, die schließlich im finalen „Sold Out!“ ein Kinder-Keyboard als Schnäppchen mit Zuckerguss ins Ohr zwängen.

Nach neun Songs in 30:05 Minuten ist alles vorbei. Just a moment silence. Dann der Neustart des Albums, um die Regler im roten Bereich beim Tanzen mit blutunterlaufenen Augen ins Visier zu nehmen. Von der Vorhölle hinab ins Reich der gefederten Arme Luzifers oder jener Greifvögel, die sich auf dem Cover ins Gehege kommen. Punk (oder Post-Punk) wird niemals tot sein solange es Leute wie die Feathered Arms verstehen dem Lärm Kontur zu geben und zu nehmen. DON’T BE QUIET START A RIOT!

Schreibe einen Kommentar