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Wild Beasts Hayden Thorpe (Credit Matthias Rueby/MusikBlog)
Wild Beasts Hayden Thorpe (Credit Matthias Rueby/MusikBlog)
Wild Beasts Ben Little (Credit Matthias Rueby/MusikBlog)
Wild Beasts Hayden Thorpe (Credit Matthias Rueby/MusikBlog)
Wild Beasts Hayden Thorpe (Credit Matthias Rueby/MusikBlog)
Wild Beasts Tom Fleming (Credit Matthias Rueby/MusikBlog)

Wild Beasts – Live im Strom, München

Mittwochabend in München: Champions League Viertefinal-Rückspiel zwischen dem FCB und Manchester United und die Wild Beasts im Strom. Zum offiziellen Konzertbeginn und Halbzeitende steht es 0:0 in der Allianz Arena. Das Publikum im halb gefüllten Strom besteht aus jungen Menschen, davon haben einige den Abend eindeutig schon etwas früher begonnen. Darunter zur guten Hälfte Mädchen, wie auch schon bei Chvrches ein Indiz dafür, dass einen lockerer Elektro-Pop erwartet.

Die Vorband MONEY kommt aus Manchester und deren Sänger zeigt uns vorn am Bühnenrand sitzend, wie die Kings Of Leon richtig klingen könnten, während 19 km nördlich das 0:1 durch Patrice Evra und 69 Sekunden später der Ausgleich durch Mario Mandzukic fällt. Ein spannender und wirklich hörenswerter Auftakt.

Dann kommen nach kurzer (wie sich heraus stellen sollte, jedoch nicht genügend langer) Umbaupause und einem Instrumental-Intro bei passender Bühnenbeleuchtung in roten Trikotfarben endlich die Wild Beasts auf die Bühne. Kaum wollen sie jedoch mit dem Opener „Mecca“ vom aktuellen Album „Present Tense“ beginnen, hört Sänger Hayden Thorpe auch schon wieder auf, weil sein Keyboard streikt. Die Band geht wieder von der Bühne und Keyboarder Ben Little und einige Roadies versuchen, mit Klebeband ein offenbar lockeres Kabel zu fixieren. Das scheint aber nicht zu reichen und sie werkeln weiter fieberhaft herum und springen zwischen den Keyboards hin und her.

Inzwischen erzielt Thomas Müller das 2:1 für den FCB, aber es herrscht trotzdem noch banges Warten im Saal. Wann geht es weiter? Schaffen sie es, das Keyboard zu reparieren? Können die Bayern den Vorsprung halten? Dann endlich. Die Roadies holen die Band auf die Bühne zurück und in der Bayern-Arena schießt Arjen Robben das 3:1. Aus dem Backstagebereich strömt leichter Grasgeruch, nun ist totale Entspannung angesagt.

Die Wild Beasts machen weiter und lassen auf das wunderbare „Mecca“ das ebenso epische „Sweet Spot“ folgen. Sie verzaubern mit einem hypnotischen und manchmal an Mercury Rev erinnernden Sound, der selbst erwachsene Männer die Augen schließen und leise mitsingen lässt. Der Gesang von Hayden Thorpe und der von Keyboarder und Mitsänger Tom Fleming, der manchmal etwas wie Antony klingt, ergänzen sich dabei in den abwechselnden Songs hervorragend.

Das Fußballspiel ist beendet, der FC Bayern steht im Halbfinale. Hayden Thorpe spricht zum ersten Mal zum Publikum und sagt „I heard England is in town, although I heard that ManU lost“ und dann weiter „Although I shouldn’t even talk about football“. Es geht weiter mit Hits wie „Bed Of Nails“ aus dem „Smother“ Album oder dem großartigen „Palace“ von „Present Tense“. Kaum eine Band schafft es derzeit, solche Emotionen zu transportieren und in einem zu wecken. Im Publikum wird sich hingebungsvoll bewegt und sämtliche Hemmungen sind abgelegt. Menschen tanzen wild direkt vor dem Lautsprecher, viele umarmen oder küssen sich.

Und so möchte man den offiziellen Schluß gar nicht wahrhaben. Die Band lässt sich jedoch nicht lange zur Zugabe bitten und beginnt mit dem Singlehit „Wanderlust“. Nach „All The King’s Men“ vom preisgekrönten 2009er Album „Two Dancers“ folgt die von Co-Sänger Tom Fleming mit den Worten „This Song is about fucking“ angekündigte Single „Lion’s Share“ aus dem letzten Album und danach das im wahrsten Wortsinne von allen Besuchern so empfundene, aber wenigstens knapp 10 Minuten lange „End Come Too Soon“.

Es ist kurz nach Mitternacht, die Konzertbesucher machen sich auf den Nachhauseweg und auch im Bayernstadion gehen die Lichter langsam aus. Ein wirklich großartiger Abend mit einem wunderbaren Konzert und einem tollen Fußballspiel.

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