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Kings Of Leon – Mechanical Bull – Kein zahmer Bulle

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Für eher oberflächlich interessierte Radiohörer stellen Kings of Leon die typische One-Hit-Wonder-Band dar. Dabei hatten diese davon gleich zwei: Die Übersongs „Sex on Fire“ und „Use Somebody“. Diese seltsame Fanliebe geht wohl sogar so weit, dass einige Fans bei Konzerten tatsächlich 40 Dollar Eintritt bezahlen, das Konzert über gelangweilt herumstehen und die ganze Zeit auf „Sex on Fire“ warten. Wird der Song gespielt, sind alle glücklich und gehen vorzeitig nach Hause. Kings of Leon überlegen deshalb mittlerweile, den Song bei Konzerten von der Setlist zu streichen (wir berichteten in unseren News).

Viele wird daher überraschen, dass mittlerweile bereits das sechste Kings of Leon-Album ansteht: „Mechanical Bull“ lautet der martialische Titel. Dabei stand die Band aus Tennessee im Sommer 2011 kurz vor dem Aus. Bei einem Auftritt in Dallas war der total betrunkene Sänger Caleb Followill auf der Bühne zusammengebrochen – der Auftritt musste danach abgebrochen werden, ganze 26 Tourauftritte wurden abgesagt. Genug Zeit für Caleb, seine Alkoholprobleme in den Griff zu bekommen. Im Pressetext zum Album beschönigt Caleb dies allerdings reichlich: Es fiel uns nicht leicht, zuzugeben, dass wir erschöpft sind“, räumt der Sänger ein. „Aber irgendwann kommt man an den Punkt, an dem der Körper einfach den Dienst versagt. Und genau das ist passiert. Da wussten wir: es ist höchste Zeit für eine Pause. Doch in der Folge ergaben sich einige großartige Dinge.“ Diese ‚Pause‘ verknüpfte der Sänger lediglich im erstaunlich offenen Interview mit dem Rolling Stone mit seinem Alkoholkonsum.

Laut Drummer Nathan Followill knüpfen die neuen Songs auf „Mechanical Bull“ stilistisch wieder an die ersten beiden Alben „Youth & Young Manhood“ und „Aha Shake Heartbreak“ an: „Die Stücke „It Don’t Matter“ und „Supersoaker“ klingen wie unser Anfangskram. Wir wollten vor allem Lieder, die uns live Spaß machen“, meinte er im Interview mit den MTV-News  – und behält damit Recht. „Supersoaker“ ist als erste Single zwar eine logische Wahl – aber schon hier wird deutlich, dass Kings of Leon das Streben nach Stadionhymnen  endgültig aufgegeben haben. Somit ist „Supersoaker“ ein überdurchschnittlich guter, eingängiger Rocksong – der es aber vor allem im Refrain kaum mit den extrem radiofreundlichen und melodischen „Sex on Fire“ und „Use Somebody“ aufnehmen kann.

Ähnlich ausgefallen geht es weiter, „Rock City“ spielt mit einer gehörigen Portion Blues und mit Funkeinflüssen – und richtet sich damit an eine völlig andere Hörerschicht jenseits der Radio-Airplaycharts. Die spritzigen Gitarrensolos beweisen wiederholt, dass Kings of Leon immer noch große Lust auf ihren Beruf haben. Von einer Bandauflösung ist überhaupt nichts zu spüren.

„Don’t Matter“ ist dreckiger Rock’n’Roll der alten Schule während „Beautiful War“ mit Blues und Swing aufwartet. Durch das ganze Album zieht sich diese Linie. Die Songs sind zwar melodisch, aber bedürfen mehr als nur einiger Umdrehungen, bis der Refrain im Kopf hängen bleibt. Diese Art des Songwritings lässt sich auch als Statement gegen eingängige Pop-Rock-Radiohits verstehen. Neben „Supersoaker“ ist „Wait for me“ der eingängigste Song der Platte, ein melodischer Midtempo-Rocksong, der vor allem live für eine großartige Atmosphäre und geschwenkte Feuerzeuge sorgen dürfte.

Als Fazit lässt sich festhalten, dass Kings of Leon die Bandpause durchaus gut getan hat. Das neue Album „Mechanical Bull“ kommt frisch und verspielt daher und dürfte nach dem sehr verqueren „Come Around Sundown“ als Neuanfang der Band stehen. Kings of Leon haben sich damit ihrer Wurzeln im Southern-Rock besonnen und endgültig den Radiohits den Kampf angesagt. Fans, die auf neue Mitgrölsongs hofften, werden wohl enttäuscht sein. Dafür dürfen sich Anhänger der ersten Stunde auf ein wirklich gutes Album freuen – denn manchmal ist ein Schritt zurück kein Rückschritt.

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