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Bela B And Smokestack Lightnin’ – Live im Capitol, Hannover

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Oberarzt Bela B., Schlagzeuger bei einer der erfolgreichsten Rockbands aus Deutschland überhaupt, wandert auf Abwegen. In diesem Jahr ist er solo unterwegs und präsentiert sein neues Album „Bye“. Anders als bei den Ärzten spielt er keinen poppigen Punk Rock, sondern Country. Das kann man getrost einen musikalischen Kulturschock nennen. Doch was Bela macht, macht er richtig und so kam ich mir vor, als sei ich durch die Zeit zurück in die 50er Jahre gereist, als ich das gut gefüllte Capitol in Hannover betrat. Smokestack Lightnin heizten dem Publikum sowohl als Vorband als auch später als Hauptact ein. Smoother, lässiger Countryrock mit einem modernen Touch wurde von den vier Jungs geboten.

Sie unterstützten auch den Special Guest des Abends: Lynda Kay. Die aus Dallas stammende Sängerin sorgte vollends für ein 50s-Feeling. Mit schwindelerregend hoch toupiertem Haar flirtete sie mit der Band, mit der ersten Reihe, mit den Ordnern – eigentlich mit allen. Und eine sagenhafte Stimme hatte sie auch noch. Mit halb Schauspiel, halb Konzert fühlte ich mich – zumindest visuell – schnell wie auf einer Show von Connie Francis in einer ausgemusterten Scheune irgendwo im Mittleren Westen.

Kurz darauf kam schon Bela B. höchstpersönlich auf die Bühne. Begleitet wurde er von Peta Devlin, einem Hamburger Urgestein, bekannt durch die Band Die Braut haut ins Auge. Gemeinsam performten sie sich kreuz und quer durch „Bye“ und gaben auch den ein oder anderen Song von Belas früheren Alben zum Besten – allerdings nur, falls er in das Countryprogramm passte. Auf „The First Song Of The Day„, „Der Vampir mit dem Colt“ oder auch „1.2.3.“ traf dies zu. Der Fokus lag jedoch eindeutig auf dem aktuellen Album. Bis auf „Bombe tickt“ wurden alle auf „Bye“ vertretenen Stücke gespielt. Mal ging es dabei lauter zu („Peng“), mal wurde es ganz zart („Verwöhn‚“). Der Ärzte-Klassiker „Manchmal haben Frauen“ wurde einfach in den Twist überführt – inklusive dazu passender Tanzeinlage.

Zur allgemeinen Belustigung füllte Bela die Pausen zwischen den Songs mit kleinen Geschichten, Anekdoten oder Aufforderungen. So aufgedreht wie bei einem Ärzte-Konzert ging es dabei jedoch weder auf der Bühne, noch im Zuschauerraum zu. Stattdessen deklarierte Bela die dargebotenen Liebeslieder als Angriff auf die Bunga-Bunga-Parties von Politikern oder sprach sich gegen Videoaufnahmen per Handy auf Konzerten aus, da es doch viel schöner sei, diesen Abend für sich zu haben und mit niemandem auf Youtube zu teilen.

Sogar einige Coverversionen wurden in die Setlist eingebaut. „Johnny Remember Me“ von John Leyton, „As Soon As I Hang Up The Phone“ von Loretta Lynn, „Don’t You Want Me“ von The Human League und „Everybody Hates You When You’re Popular“ von T’N’T fügten sich nahtlos in das Programm ein und zeigten, wie vielseitig Country sein kann.

Man fühlte sich immer mal wieder an June Carter und Johnny Cash erinnert, so gut harmonierten Peta Devlin und Bela B. auf der Bühne. Das ist natürlich ein großer Vergleich und sicherlich wird Bela B. mit seiner neuen Stilausrichtung keinen Countrymeilenstein setzen können. Doch was er dargeboten hat, war stimmig, musikalisch anspruchsvoll, angenehm bodenständig und eine willkommene Abwechslung zu den üblichen Ärzte-Konzerten in riesigen Hallen.

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