Generic selectors
Exact matches only
Search in title
Search in content
Search in posts
Search in pages
Nick Mulvey – First Mind

Nick Mulvey – First Mind – Jungs und Gitarren

Jungs und ihre Gitarren kommen nie aus der Mode, zumal wenn sie aus dem Singer-Songwriter Bereich in Kombination mit tropischen Flair kommen, dies ist wahrscheinlich Jack Johnsons Schuld. Nick Mulveys erstes Solo-Album „First Mind“ entstand an den schönen Stränden von Honduras im Jahr 2010 und ist inspiriert von den exotischen Folk-Elementen Kubas. Genau dort, wo der junge Brite seine Teenager-Jahre verbrachte und Musik studierte. Anschließend erlernte er Musikethnologie an der Schule für orientalische und afrikanische Studien in London. Mulvey verbrachte auch einige Zeit in Brasilien und Marokko, wo ihn die traditionelle Gnawa-Musik zutiefst beeinflusste.

Sein Ausstieg aus dem Portico Quartet kam allerdings sehr überraschend. Eine erfolgreiche, hochgelobte und mit Preisen überhäufte Band verlässt man nicht ohne Grund. Aber Dank „First Mind“ braucht er seiner alten Band nicht nachzutrauern, denn wer so eine starke Scheibe auf Lager hat, kann sich auf eine erfolgreiche Solo-Karriere einstellen.

Mulveys aktuelle Single „Cucurucu“ ist definitiv das stärkste Stück des Albums. Es verbreitet einfach gute Laune und setzt sich sofort im Gedächtnis fest. Aber jeder Song auf „First Mind“ hat seinen ganz eigenen Zauber, eine ansprechende Melodie. Der Rhythmus ist einzigartig und im positiven Sinne vollgestopft mit wunderbaren Akkorden. Hier fühlt sich alles an wie der Soundtrack für den Beginn eines perfekten Sommers. Das Tempo ist gemäßigt, es dominieren die Balladen. Alles klingt leicht und unbeschwert. Erst wenn man sich Mühe gibt und genauer hinhört, lassen sich viele Besonderheiten entdecken. Dazu singt Nick Mulvey mit sanfter Stimme und erzählt uns über die großen und kleinen Gefühle. Aber er kann auch sperriger rüber kommen, wie zum Beispiel in „Venus“ und „Juramidam“. Seine Vorbilder sind sehr leicht herauszuhören: Viel Nick Drake, ein wenig Neil Young und die Süße kommt von Brian Wilson.

Mulveys rhythmische Gitarre ist aus westafrikanischen Einflüssen geboren, seine Liebe zum Hip-Hop offensichtlich und das Ambiente sowie die Melodien sind unwiderstehlich. Der Titeltrack ist so subtil und schön wie einer von Nick Drakes besten Songs. Sein Werk ist fesselnd, voller Feinheiten und den verschiedensten Einflüssen. Es ist genau diese Mischung, die das Album so interessant macht.

Man könnte jetzt natürlich wieder mit den Argumenten kommen, dies alles schon mal gehört zu haben. Der eine oder andere wird auch sagen, in besseren Versionen. Aber warum immer rumnörgeln, jetzt bringt ein junger Künstler mal ein schönes Album unter die Leute und dann sollte man dies auch würdigen und genießen.

Schreibe einen Kommentar