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Kate Tempest – Everybody Down

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Kate Tempest ist das, was man wohl gemeinhin ein Allround-Talent nennt. Mit ihren 27 Jahren ist sie nicht nur Poetry-Slammerin und Rapperin, sondern auch Dichterin, Autorin und Dramaturgin. Den Lebenslauf soll ihr in dem Alter erst einmal jemand nachmachen. Zumal ihre Startvoraussetzungen alles andere als gut waren. Aufgewachsen ist sie nämlich in Brockley im Süden Londons. Für diejenigen, die nicht so vertraut sind mit der Hauptstadt des Vereinten Königreichs: Das ist nicht unbedingt der schönste Stadtteil. Die Schule schmiss Tempest und dennoch zeigte sich schon früh ihre Begabung im lyrischen Bereich.

Angefangen bei Ermutigungen ihres Englischlehrers über Poetry Slams und Battlerap landete sie irgendwann an Croydon’s Brit School For Performing Arts und der Goldsmith-Universität, wo sie Musik und Literatur studierte. Diesen Hintergrund hört man ihrem Album „Everybody Down“ in jedem Detail an. Romanartig aufgebaut poltert es gleich bei dem Eröffnungstrack „Marshall Law“ los und Tempest setzt mit einer Kaskade an Wörtern ein, die über 48 Minuten anhalten wird – bis das Album zu Ende ist. Sie zieht den Hörer in ihre Welt, ihre Lyrik nimmt einen gefangen und lässt nicht mehr ab. Dazu tragen auch die düsteren, elektronischen Beats bei, die von Dan Carey beigesteuert wurden.

Storytelling steht auf „Everybody Down“ im Vordergrund. Dennoch macht Tempest keine Abstriche bei den üblichen handwerklichen Gütekriterien, wie Reimschema, Flow und Vergleichen. Sie rappt nicht, weil sie sich einfach mal ausprobieren möchte, sondern weil sie Rapperin ist.

Besonders erinnert sie mit ihrem Akzent und Tempo an Mike Skinner aka The Streets, der ebenfalls Alltagsbeobachtungen in Rap verwandelt und jedem einen Einblick in seine Welt gewährt. An den grimelastigeren Stellen lässt sich auch Lady Sovereign heraushören.

Ein einzelner Song lässt sich nicht als Highlight herausstellen – genau so wie man bei einem Buch auch nicht ein Kapitel von den anderen lösen kann. „Everybody Down“ ist ein Gesamtkunstwerk, das mit großen Worten die kleinen Probleme des Alltags in einem sozialen Brennpunkt zu beschreiben weiß. Dass das Album sowohl von Hip-Hop-Medien, als auch von den Feuilletons begeistert aufgenommen wurde, kommt nicht von ungefähr. Wir haben es hier mit einem der besten Rap-Veröffentlichungen des Jahres zu tun.

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