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Old Crow Medicine Show (Credit ATO)

Old Crow Medicine Show – Remedy

Old Crow Medicine Show kommen aus Nashville, Tennessee und werden als Americana Stringband bezeichnet. Dementsprechend bringen sie ihre Saiteninstrumente zwischen Bluegrass, Folk und Alternative-Country zum Schwingen.

Die Amerikaner agieren seit Ende der 90er als Old Crow Medicine Show und können bereits vier offizielle Alben vorweisen. Nach einer kurzen Auszeit 2011, kam es zu Veränderungen im Bandgefüge und zuletzt veröffentlichten sie den Longplayer „Carry Me Back“. Dagegen hielten sie am Klang ihrer Songs weitestgehend fest. Ein Umstand, der auch beim nun vorliegenden „Remedy“ beibehalten wurde.

Neue Klänge dürfen von den Männern aus Nashville folglich nicht erwartet werden, sie sind Traditionsbewahrer. Darin jedoch sind sie wahre Meister und durchaus auf einer Stufe mit The Avett Brothers, Mumford & Sons oder The Felice Brothers. Sie greifen auf ein Instrumentarium wie Banjo, Mandoline, Gitarren, Mundharmonika, Akkordeon und Kontrabass zurück, zudem auf mehrstimmigen oder solo vorgetragenen Gesang. Dabei beweisen sie Kreativität und Geschichtsbewusstsein.

So eigneten sie sich „Wagon Wheel“ – das Fragment eines Bob Dylan Bootlegs – an, das sie zu Ende komponierten und als Single und auf ihrem selbstbetitelten Album von 2004 veröffentlichten. Dylan selbst muss wohl angetan gewesen sein, denn er bat die Band, sich seinem Titel „Sweet Amarillo“ ebenfalls anzunehmen. Die Mannen aus Tennessee ließen sich nicht zweimal bitten und setzten die Vorgaben des Meisters um. Heraus kam ein stimmungsvoll im Walzertakt schunkelnder Titel, der an die Zeiten der „Basement Tapes“ von Dylan & The Band denken lässt, außerdem an „Pat Garrett & Billy The Kid“ sowie „Desire“, also die mittlere 70er Phase von Bob Dylan.

Auch die anderen Songs von „Remedy“ sind von hoher Qualität und zeigen die Virtuosität und Emotionalität der Amerikaner auf. Sie bringen diverse Americana Stile auf einen Nenner, variieren in den Tempobereichen, so dass keine Langeweile aufkommen kann. Dabei steht häufig der Bluegrass im Zentrum des Geschehens. Die Old Crow Medicine Show umschifft geschickt die Gefahren jenes Genres, das manchmal zu viel Wert auf Technik und Virtuosität an den Instrumenten legt und dabei das seelenvolle Spiel vermissen lässt. Vor allem auf den temporeduzierten Stücken wie z.B. „Dearly Departed Friend“, „Firewater“ oder „The Warden“ geht einem beim Zuhören das Herz auf. Wobei es wiederholt die Pedal Steel Klänge sind, die einem wohlige Schauer über den Rücken jagen.

Das siebenköpfige Ensemble aus Nashville ist zwar in der Tradition verhaftet, versteht es jedoch, seine Songs mit viel Seele und Spielfreude vorzutragen. Ihre mit viel Fingerspitzengefühl komponierten Titel sind sowohl nebenbei als auch beim konzentrierten Zuhören ein Vergnügen!

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