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Angus & Julia Stone. Seit acht Jahren steht das australische Geschwisterpaar für gefühlvollen Folk mit Hang zur Melancholie. Nachdem sie in den letzten drei Jahren auf Solopfaden wandelten, haben sie sich nun wieder zusammengefunden und bringen ihr drittes, selbstbetiteltes Studioalbum „Angus & Julia Stone“ heraus.

Darauf bleiben sie ihrer Linie treu. Eine Stunde lang springen sie von himmelhochjauchzenden Liedern über zu todtraurigen Songarrangements und behalten sich dabei stets ihre persönliche Note bei.

Melancholisch geht es bereits mit „A Heartbreak“, dem ersten Track des Albums, los – und sogleich wird klar, dass man hier nicht die Katze im Sack vor sich hat, denn der Song erinnert stark an den Sound der Vorgängeralben „A Book Like This“ und „Down The Way“.

Ein paar Spielereien erlaubt sich die Band natürlich dennoch. In „My Word For It“, dem stärksten Song der Platte, zittern die Gitarren, der Anfang von „Grizzly Bear“ erinnert in seinem Groove an „Teardrops“ von Womack & Womack und in „Please You“ wird eine beinahe post-rockartige Atmosphäre kreiert.

Tempowechsel durchziehen dabei das gesamte Album. Ruhige und schnelle Songs wechseln sich stetig ab. So taucht man ein in ein Wechselbad der Gefühle – mal lebensbejahende Indieperlen, mal introvertierte, nachdenkliche Folkklänge.

Vor allem in den Chorussen kommen die Stärken von Angus & Julia Stone zum Vorschein. Fast immer werden die Tracks im ersten Refrain noch ein Stück druckvoller und damit eingängiger. Untermalt wird dies zumeist von einfach strukturierten, aber emotionalen Gitarrenmelodien.

Die anderen Instrumente verweilen häufig im Hintergrund und brechen nur hier und da etwas hervor. Weniger ist manchmal eben mehr – und Minimalismus ist im Folk ohnehin eher angebracht als Opulenz.

Julia Stones Stimme sticht über die gesamte Laufzeit von „Angus & Julia Stone“ heraus. Auch wenn ihr Bruder Angus beileibe kein schlechter Sänger ist, trägt sie in den Vocals die Songs doch häufig erst in ihre Nachdenklichkeit. Die omnipräsente Melancholie entspringt vor allem ihrem Gesang.

Angus & Julia Stone liefern das ab, was von ihnen zu erwarten war: ein einfühlsames Folk-Album, mit Tempowechseln, hochwertigen Arrangements, dem Auge für die richtigen Melodien an der richtigen Stelle und eine Verliebtheit ins Detail, die bei einem derart minimalistischen Ansatz notwendig ist.

Damit können sie zumindest das zweite Album „Down The Way“ und ihre Soloalben übertreffen. Innovationen sind höchstens in kleineren Segmenten der Platte zu finden, was schade ist. Allerdings muss auch eingeräumt werden, dass der Folk nicht zu den Genres zählt, in denen noch allzu viel neues Land beschritten werden kann.

Insofern haben die Geschwister aus Sydney alles richtig gemacht.

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