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Everlast – Live im Täubchenthal, Leipzig

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Vorsicht ist geboten, wenn Musiker zu steckerlosen Veranstaltungen laden, um ihre Songs auf der Akustikgitarre zu spielen. Meistens klingen die Stücke dann auch wie auf einer Akustikgitarre gespielt und derartige Lagerfeuerbeschallung kann ganz schön langweilig sein. Am gestrigen Abend hatte Everlast in das Täubchenthal gebeten, um Material seiner im letzten Jahr ohne viel Getöse erschienenen „The Life Acoustic“-Platte zu präsentieren.

Nach seinem Wirken bei House Of Pain 1998 fand Everlast, der im richtigen Leben Erik Schrody heißt, auf dem Soloalbum „Whitey Ford Sings The Blues“ eine Melange aus Blues, Rock, Hip-Hop und Country, die ihn als ernst zu nehmenden Musiker etablierte. Es folgten mehrere Alben und es kam u.a. zur Zusammenarbeit mit Carlos Santana (Grammy für das gemeinsame „Put Your Lights On“). Aber auch seinen Wurzeln blieb Everlast treu, gründete mit Ex-House Of Pain Kollegen La Coka Nostra, die sich dem Hardcore-Rap verschrieben haben.

Das Akustik-Projekt, gestartet vor 2 Jahren und als Retrospektive auf sein Schaffen gedacht, wurde von seinen Fans begeistert aufgenommen, die Konzerte waren regelmäßig ausverkauft. Der Saal in Leipzig war an diesen Montagabend vom Sold-Out ein gutes Stück entfernt, mutmaßlich eine Folge vom WM-Finale und dem daraus getriggerten Schlafmangel potentieller Gäste. Der Support Tonyy aus Berlin bediente mit Songs zwischen Conny Kramer und dem Brokeback Mountain-Soundtrack alle Klischees eines Unplugged-Auftritts und wirkte daher eher sedierend, denn aufmunternd. Unangenehmer Höhepunkt war die Widmung des letzten Songs der Weltmeistermannschaft.

Kurz vor Zehn war er dann da. Ein Mann wie ein Baum, durch alle Widerlichkeiten des Lebens gegangen und mit der Aura des Unerschütterlichen umgeben. Erik Schrody aka Whitey Ford ist ein begnadeter Geschichtenerzähler und natürlich ist das Thema Liebe in seinen Liedern ausführlich vertreten. Seine eigentliche Stärke ist aber das präzise Beschreiben eines Amerikas, in dem es vor Durchschnittlichkeit wimmelt und in dem die Underdogs im täglichen perspektivlosen Einerlei vor sich hin dümpeln. Die Sprache, der sich der irischstämmige Musiker dabei bedient, bleibt stets voller Prosa, als könne er die Weite der Vereinigten Staaten in Worte fassen.

„Broken“ macht den Anfang, gefolgt von einen Dutzend Songs quer durch seine Alben. Das Publikum, welches hauptsächlich aus Menschen besteht, die ihn schon seit Beginn seiner Karriere begleiteten, verhält sich hingegen seltsam reserviert, vielleicht ein Tribut an die nationalen Feierlichkeiten der letzten Nacht. Schrody jedenfalls wird nicht müde, Kontakt mit dem Saal herzustellen („You are so quiet, have a beer“), erklärt in einer „Good Mood“ zu sein, sprach über den Sinn seiner auf der Bühne platzierten Hausbar (das Wasser gegen den Durst, die Flasche Bourbon für die Stimme) und animiert zu Gesangseinlagen. Sein Begleiter am elektrischen Piano klimpert unermüdlich Ragtime im Stil eines Saloon-Musikers und sorgt so für Abwechslung zu dem Klang, der in den Möglichkeiten doch etwas limitierten Akustikgitarre.

Bei aller Sorge um die Zuhörer merkt man bei jeder Zeile, wieviel Obsession Everlast in seine Musik legt. „I`m so lonely I could die“ singt er und wen man nicht wüsste, dass der Mann glücklich verheiratet ist, würde man ihm ein Taschentuch reichen wollen. Die Inbrunst seiner markanten Stimme beim Konzerthighlight „Black Coffee“ beeindruckt, und was macht schon eine gerissene Gitarrensaiten, wenn man einen Herzinfarkt überlebt hat.

Die zweite Luft bekommen die Besucher erst bei den Hits, „What It´s Like“, „Black Jesus“ und „Jump Around“, mit denen Schrody noch einmal ordentlich abräumt. Nach beinahe 2 Stunden ist Schluss, das abschließende „White Trash Beautiful“ klingt wie eine Hommage an den Veranstaltungsort und seine Besucher an diesem schönen Abend.

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