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Marathonmann – …Und Wir Vergessen Was Vor Uns Liegt

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Eigentlich ist Post-Hardcore tot. Mausetot. Vor ein paar Jahren noch hatte er die rock-affinen Jugendlichen fest im Griff, doch Bands wie Silverstein, Alesana oder Escape The Fate stehen mittlerweile nicht mehr im Rampenlicht des Szenegeschehens. Umso überraschender, dass es 2014 doch noch neue Alben aus diesem Bereich gibt. Und dann auch noch mit deutschen Texten. Marathonmann sind für dieses kleine Revival verantwortlich, denn sie veröffentlichen nun mit „…Und Wir Vergessen Was Vor Uns Liegt“ ihr neues Album.

Puristisch wagt sich die Band aus München dabei nicht an den Post-Hardcore heran. Und das ist auch gut so. Stattdessen reichen sie eine Melange aus Post-Hardcore und Punk Rock – immer irgendwo zwischen beiden Genres, mal stärker auf der einen, mal stärker auf der anderen Seite, aber definitiv nie vollends in eine Schublade passend. Das ist immer ein Glücksfall für eine Band, ermöglicht es doch einen ganz eigenen Sound.

Behandelt werden die üblichen Themen: Tod („Abschied“), überbordende Wut („Diese Hände“), die Unterdrückung von Gefühlen („Onkalo„) oder auch die Überwindung der zermürbenden Routine des Alltags („Neumondnacht„). Ein therapeutischer Ansatz beinahe – konkrete Auseinandersetzung mit den negativen Aspekten des Lebens, um an ihnen zu wachsen.

Die Stimme von Sänger Michi gleitet dabei selten in pures Screamen ab, sondern verweilt eher im kratzbürstigen Randbereich des Gesangs. Das steht der Band gut, denn durch die akustisch verständlich bleibenden Texte bekommen die Songs eine Eindringlichkeit, die sie bei stetigem Einsatz von Screams, Shouts und Breakdowns verlieren würden.

Schade ist allerdings, dass Marathonmann sich nicht getraut haben, im Hinblick auf Melodien und Songaufbau etwas mutiger zu komponieren und produzieren. Vor allem die Gitarrenriffs sind wenig abwechslungsreich, Überraschungsmomente gibt es insgesamt kaum. Dadurch ähneln sie die Songs musikalisch stark und Abhebungen voneinander entstehen höchstens durch die unterschiedlichen Inhalte, die in den Texten behandelt werden.

So bleibt die größte Innovation die Genremischung selbst, doch die aufgegriffenen Elemente aus Post-Hardcore und Punk Rock werden leider nicht weiterentwickelt. Potenzial hat Marathonmann dennoch. Textlich sind sie den vormals als „Emos“ verschrieenen Bands meilenweit voraus – nicht einfach nur pubertäres Bedauern ob der eigenen Probleme, sondern Reflexion bieten sie auf „…Und Wir Vergessen Was Vor Uns Liegt“ an. Dadurch ist das Album um einiges reifer als die Platten anderer Genrevertreter, die vor einigen Jahren veröffentlicht wurden. Wenn dazu nun noch musikalische Experimentierfreude stößt, werden Marathonmann die Fußstapfen ihrer Vorgänger verlassen und ihrerseits Fußabdrücke für die nächste Generation an Punk Rock und Post-Hardcore-Bands hinterlassen können.

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