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Morrissey – World Peace Is None Of Your Business

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„World Peace Is None Of Your Business/You Must Not Tamper With Arrangements/Work Hard And Sweetly Pay Your Taxes/Never Asking What For/Oh, You Poor Little Fool Oh, You Fool

Each Time You Vote You Support The Process/Each Time You Vote You Support The Process/Each Time You Vote You Support The Process/Brazil And Bahrain/Oh, Egypt, Ukraine/So Many People In Pain/No More, You Poor Little Fool/No More, You Fool“

Völlig in Ordnung wäre es, Morrisseys neue Platte ausschließlich mit den unkommentierten Lyrics des Titelstücks vorzustellen. Arme kleine Narren sind wir, manipuliert und freiwillig machtbesessenen, korrupten Politikern ausgeliefert, von der Exekutive in Schach gehalten und darüber hinaus nicht in der Lage, unsere eigenen Probleme zu lösen. Fünf Jahre nach „Years Of Refusal“ und zum 20.Jubiläum des großen Werks „Vauxhall And I“, mit dem Morrissey den Schatten der Smiths abschüttelte, meldet sich der britische Chefexzentriker mit seinem 10. Studioalbum zurück.

Schlagzeilen machte der Mozzer in den letzten Jahren eher durch explizites Ausleben seines Weltbilds. Beispielsweise trat der Vegetarier im „Alten Schlachthof“  in Dresden nicht auf und zwar wegen dessen Namen. Er bemühte hanebüchene Vergleiche zwischen dem Massaker von Norwegen und McDonalds oder stritt sich mit dem Support seiner US-Tour herum, wer nun wen mit seinem Rotz angesteckt hat und damit die Auftritte platzen ließ. Außerdem gab es noch eine Biographie zu veröffentlichen, zäh und über 450 Seiten dick.

In den Songs der neuen Platte setzt er sich wieder zynisch bis provokant mit weltbewegenden („Earth Is The Loneliest Planet“) wie persönlichen Unzulänglichkeiten auseinander, alles aus dem Morrissey-typischen Blickwinkel. Da ist das Familiendrama „Istanbul“, in dem ein Vater seinen Sohn auf den Straßen der Stadt voller Prostituierter sucht, da gibt es den Bullfighter, der „Lonely In Barcelona“ stirbt, da geht er der Auserwählten an den Kragen („Kick The Bride Down The Aisle“).

Im Vorfeld erschienen schon einige Spoken-Word Videos von Stücken der Platte, mit illustren Gästen wie Nancy Sinatra. Vorgetragen ohne die zuckersüße Begleitmusik, klingen die Verse trotz der beigemischten Portion Selbstironie und Humor extra bitter, ob die Adressaten daraus die gewünschten Schlüsse ziehen, sei dahingestellt.

Der Hund auf dem Plattencover scheint es jedenfalls begriffen zu haben und starrt sehnsüchtig auf das Blitzdings, um derartige unangenehme Zusammenhänge von seiner Festplatte zu löschen und apropos Cover: Der 55jährige wirkt darauf überaus vital, die Knöpfe vom Jackett des zuletzt etwas beleibten Gemüseliebhabers scheinen wieder zu schließen. Wahrscheinlich die Folge eines Bewegungsprogramms, damit sich die durch Atemnot induzierte Bewusstlosigkeit während eines Konzertes 2009 nicht wiederholt.

An den Arrangements der Songs hat sich nichts verändert, nahtlos fügt sich die Platte in den Sound ein, der seit seiner Comeback-Platte „You Are The Quarry“ 2004 funktioniert. Mal ist es flotter Pop-Rock („Neal Cassady Drops Dead“, „Staircase At The University“), die seine Begleitband, bestehend aus Boz Boorer, Jesse Tobias, Salomon Walker, Matt Walker und Gustavo Manzur in den La-Fabrique-Studios im französischen Saint-Rémy-de-Provence eingespielt hat, mal sickert Melancholie durch („Oboe Concerto“, „Mountjoy“). Dabei wird alles von einem Gesang dominiert ,der wie eine Sammel-Klage gegen Abgestumpftheit und Gleichgültigkeit klingt. Produziert wurde die ganze Angelegenheit von Joe Chiccarelli und manchmal hört es sich so an, als hätte die Nähe zum Mittelmeer beim Abmischen eine gewisse Leichtigkeit auf die Stücke gelegt.

Für Fans ist die Platte ein Muss, die 2 CD umfassende streng limitierte Deluxe-Edition liefert 6 Bonus-Tracks, die einfache Version muss mit 12 Songs auskommen. Bigmouth strikes again und holt dabei die besten Songs seit langen aus der Schublade. Irgendwie erhärtet sich auch der Eindruck, dass das mit dem Weltfrieden Mozzers Sache nicht mehr werden wird.

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